SelbstBewusst

Ist der Schein die Eigentlichkeit der Menschen? Wenn der eigene Körper nie was zu sagen hat, sondern wie selbstverständlich einfach funktionieren muss, wenn wir ehrgeizig unserer Karriere und einem perfekten Äußeren hinterherjagen und wir uns nur wichtig fühlen, wenn wir immer busy sind, hat das irgendwann Folgen. 

Wir werden unzufrieden, spüren dass uns etwas fehlt, aber auch dafür gibt es eine Lösung – Konsum. Wir versuchen uns glücklich zu futtern und shoppen was die Kreditkarte hergibt. Mit der anschließenden Erkenntnis, dass nach der kurzfristigen Genugtuung die Unzufriedenheit geblieben ist.

Auch Meditation, Yoga und Selbstfindungsgruppen können gegen diese frühzeitig eingeprägte Unzufriedenheit mit sich und seinem Körper nicht wirklich helfen. Denn bei allem was wir an Selbstoptimierung so unternehmen bleibt es bei den Äußerlichkeiten. 

Doch selbst wenn wir unseren Körper lange mies behandeln und nicht beachten, macht er das eine ganze Zeit lang mit. Er ist imstande sich ständig von den beträchtlichsten Strapazen zu erholen, trägt uns überall hin und lässt uns andere Menschen lieben.

Dafür sollten wir doch mal auf unseren Körper hören und ihm die Chance geben uns zu zeigen, was er braucht. Das Einzige was wir dafür brauchen ist Zeit und etwas weniger Ablenkung.

Klar, passt das nicht in ein Leben auf der Überholspur, uns wird lieber vorgeführt, dass es schnellere, wenig aufwendigere Lösungen gibt: Fettabsaugen, Falten weg spritzen, Lippen auffüllen oder detoxen bis einem schwindelig wird. Aber macht es uns liebenswerter, wenn ein Arsch wie der Andere aussieht?

Ich bin mir sicher, dass wir uns so besser kennen und achten lernen. Wir weniger gestresst und glücklicher sind und wir dann diesen ganzen Quatsch mit Schönheitsoperationen sowie übermäßigen Konsum nicht mehr brauchen.

Denn gibt es etwas Schöneres als eine sich “sich selbst bewusste“ Ausstrahlung?  

©Sandra Polli Holstein

Gleichstellung, Diversity, Gender-Mainstreaming

Tatsache ist, wir sind genetisch unterschiedlich und das ist der Grund, warum Frauen gebären und das männliche Sperma das Geschlecht des Kindes entscheidet. Das ist so und daran wird sich auf natürlichem Weg nichts ändern. 

Gleichzeitig gibt es Leute, die behauptet wir Menschen sind genetisch alle gleich. Da fragt man sich vermutlich, „wo war ich, als das bekannt wurde?“ Dann gibt es diejenigen, die für die Gleichstellung von Transmenschen stehen und zusätzlich werden Stimmen laut, die sich nicht für ein Geschlecht entscheiden wollen. Das würde dann bedeuten, wenn ich mich morgens weiblich fühle, gehe ich auf die Damentoilette und wenn ich etwas später mein „Geschäft“ verrichten möchte, gehe ich gegebenenfalls männlich kacken. Nun, das wäre vermutlich „Genderfluid“ – warum sich festlegen, wenn man doch alles haben kann. 

Dem aber noch nicht genug, es gibt auch noch Menschen, die den Standpunkt vertreten, dass wir alle Geschlechtlos sind – ganz ehrlich: das ist eigentlich eine gute Idee! So könnten wir uns das ganze endlos erscheinende Palaver schenken. 

Es spielt keine Rolle, wieviel über Gleichberechtigung, Gender-Mainstreaming und Diversity gesprochen wird, solange die Realität nicht mitberücksichtigt wird, wird es kaum zu einer, für die Mehrheit, zufriedenstellenden Lösung kommen. Im Gegenteil – vielleicht laufen wir sogar Gefahr uns selbst ein Bein zu stellen. Wie lange kämpft beispielsweise der Frauen-Leistungssport schon um mehr Anerkennung? 

Da sind diese Sprüche, mal lustig, mal vollkommen daneben, wie: „decken, decken – nicht Tisch decken. Mann decken, so ist es richtig.“ Und die grundsätzliche Herabwürdigung ihrer Leistungen, die zu gravierenden Nachteilen für Frauen im Spitzensport führen können. 

Sollten beispielsweise Stephan – ein von Kinderbeinen an begeisterter und talentierter Basketballspieler, in seiner heranwachsenden Zeit bemerken, dass er im falschen Körper geboren ist, sich dann dazu entschließen eine Frau zu werden und später als Stephanie, Ambitionen im Basketball Leistungssport hat, wo würde sie dann spielen? 

Laut Wikipedia unterscheiden sich Männer und Frauen anatomisch in Körpergröße, Gewicht, Muskelmasse und Körperbau. Männer sind im Schnitt größer und schwerer als Frauen. Während der Körperbau bei Frauen rumpfbetont ist, sind bei Männern die Extremitäten betont. Frauen haben kleinere Atemwege, und auch ihre Herzen und Lungen sind kleiner, die Herzfrequenz somit höher. Auch die Blutmenge und der Wert des Sauerstofftransporteurs Hämoglobin sind im Verhältnis niedriger als bei Männern und Frauen haben einen höheren Anteil an Fettgewebe und weniger Muskelmasse. Das bedeutet, das Männer im Leistungssport im Schnitt 10 bis 20 % mehr körperliche Leistungsfähigkeit erreichen. Weiter steht, dass es nicht möglich ist ein einheitliches Maß für die Leistungsfähigkeit des Menschen aufzustellen. 

Ja, es gibt unterschiedliche Messverfahren der Geschlechtsüberprüfung, die jedoch in keiner einheitlichen und konsequenten Regelung beschrieben, beziehungsweise durchgeführt wird. Da es im Leistungssport oft auch um sehr viel Geld geht, lässt sich erahnen, wohin das führen könnte – vermutlich zu nicht wirklich Gutem für den Frauensport.

Die Dokumentation YES SHE CAN – FRAUEN VERÄNDERN DIE WELT stellt Frauen vor, die mit dem aktuellen Status Quo in Deutschland nicht einverstanden sind. Denn Gleichberechtigung heißt nicht automatisch Chancengleichheit – das gilt für berufstätige Frauen in Deutschland auch nun seit mehr als 40 Jahre nach der gesetzlichen Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz. Die Dokumentation zeigt Frauen, die jeden Tag versuchen, die Arbeitswelt individueller zu machen. Die ihren Erfolg nicht von Vorurteilen beeinflussen lassen. Diese Frauen sprechen vielen aus dem Herzen und hinterlassen gleichzeitig Fragen. 

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland schon lange deutlich hinterher: fehlende Gleichstellung in Vorständen, der ewige Konflikt zwischen Familie und Karriere und veraltete Stereotypen… die Liste der Herausforderungen ist lang. Es ist allgemein bekannt und dass nicht erst seit gestern, aber es mangelt an der Umsetzung. Warum? 

Vielleicht sollte mal nicht nur an die Ziele gedacht werden. Vielleicht sollten nicht nur erfolgreiche Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen gezeigt werden und mit ziemlicher Sicherheit hilft es auch nicht nur eine Quotenregelung durchzuboxen – vielleicht sollte mal über mögliche, realistische und umsetzbare Wege nachgedacht werden. 

Wo werden die Mütter abgeholt, die in Teilzeit arbeiten, weil der Partner den besser bezahlten Job hat? Wo sind die Männerstimmen, die Taten sprechen lassen und die Aufgaben einer Hausfrau gerne übernehmen? Wo sind die Hintergrundinformationen über die so beeindruckenden Karrierefrauen zu ihrem Familienstand, mit denen normale Frauen sich identifizieren können? Leben Oma und Opa in der Nachbarschaft, werden Nanny´s, oder Haushalthilfen beschäftigt, oder haben sie einen Partner der tatsächlich in Teilzeit arbeitet und die restlichen Aufgaben eines Haushaltes übernimmt? 

Interessant wäre auch die ehrliche Antwort der Männerwelt, wenn sie sich für das gleiche Gehalt zwischen einer Managerposition eines mittelständigen Familienunternehmens (Hausfrau/Hausmann) und einer Managerstelle in einem anderen Unternehmen (HR / Finance / IT / ect.) entscheiden müssten. Welche Position würde es werden? 

Es hilft nicht über eine optimale Geschlechter- oder auch Geschlechterlose Arbeitswelt zu diskutieren, ohne den Ist-Zustand zu berücksichtigen. Helfen könnte ein Grundeinkommen für Hausfrauen oder Hausmänner, damit Familien selbst entscheiden können, wer wie viel Zeit in Beruf beziehungsweise in die Familie investiert, ohne dabei auf ein zweites Gehalt verzichten zu müssen. Eltern möchten keine Kinder in die Welt setzen, um sie so früh und so lange wie möglich in der Kita unterzubringen, damit genügend Geld verdient werden kann. 

Zusätzlich wäre es zielführend Unternehmen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie mit Führungskräften in Teilzeit agieren können, ohne damit Schwierigkeiten in strukturellen Abläufen und einen finanziellen Mehraufwand zu haben. Denn, wie soll sich ein Unternehmen für die eigentlich passende Managerin entscheiden, wenn diese offen und ehrlich angibt, in den kommenden 2 – 3 Jahren eine Familie zu gründen? Solange diese Antwort auf solche Fragen allein den Arbeitgeber*innen überlassen wird – erhält die Gleichberechtigung und Chancengleichheit in der Arbeitswelt nicht die Entwicklungsmöglichkeit, die ihr zustehen würde. In der Genderthematik darf man sich vermutlich auf einen nicht enden wollenden Weg begeben. Hier sollte achtsam mit dem Aufwand, Nutzen Faktor und vor allem mit den möglichen Konsequenzen umgegangen werden. 

©Sandra Polli Holstein

Winterzauber

Eine Fantasiereise für Ruhe, Entspannung und neue Kraft

Gut, dass du dir eine kleine Pause nimmst. Mache es dir da, wo du gerade bist, so bequem wie möglich. Vielleicht magst du die Schuhe ausziehen oder dich in eine Decke schmiegen. Setzte oder lege dich hin und achte darauf, dass dich Nichts in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Minuten stören kann. Stelle dein Telefon aus oder stelle es auf lautlos.

Jetzt, in diesem Moment musst du nichts tun. Es ist nichts wichtig oder von Bedeutung.  Diese Auszeit ist nur für dich, um Ruhe und Entspannung zu finden und neue Energie zu tanken. So wirst du hinterher gestärkt, mit neuer Kraft und Freude in den Tag zurückkehren.

Atme nun tief durch die Nase ein, lass die Luft in den Bauch fließen und atme durch den Mund langsam wieder aus. Erlaube dir dabei loszulassen und deinen Körper zu entspannen. Du spürst wie deine Schultern weicher werden, dein Gesicht sich entspannt, dein Kiefer locker wird und du dich immer leichter fühlst. Wiederhole das dreimal. Tief durch die Nase ein – und langsam durch den Mund wieder aus. Jedes Mal lässt du mehr los und mit der Atmung kommst du und deine Gedanken immer mehr zur Ruhe.

Nun schließe deine Augen und richte deinen Blick langsam nach innen.

Achte nun auf die Unterlage und nimm wahr, wie dein Körper darauf aufliegt. Wie deine Füße, die Beine, dein Becken und der Rücken die Unterlage berühren. Wie alles entspannt und angenehm schwer darauf liegen. Auch deine Schultern, Arme, Hände und der Kopf berühren sanft und weich die Unterlage mit ihrem Gewicht.  

Entspannt atmest du in deinem Rhythmus weiter. Dein Bauch hebt und senkt sich langsam wieder. Schenke dir ein inneres Lächeln und freue dich auf einen wunderbaren Winterspaziergang.

Stell dir vor es hat über Nacht geschneit und alles ist in bezauberndes Weiß gehüllt. Du stehst in einem schönen Wald und zwischen den Bäumen entdeckst du einen kleinen See. Die Sonne scheint und lässt den unberührten Neuschnee wie tausende Diamanten glitzern. Du spürst die klare, frische Luft in deinem Gesicht. Nun siehst du dich um und wohin du auch schaust stehen kräftige Bäume und auf den starken Ästen tragen sie den frischen Schnee. 

Hoch oben durch die Wipfel ist der strahlend, blaue Himmel zu sehen. Es ist absolut ruhig, als ob der Schnee die Geräusche dieser Welt und alles was du nicht mehr brauchst unter sich verbirgt. Diese friedvolle Umgebung lädt für einen Moment zum Verweilen ein. 

Warm angezogen und in deinem Lieblingsschal gehüllt beginnst du nun einen Spaziergang um den kleinen See zu unternehmen. In dieser beruhigenden Atmosphäre begleitet von der Schönheit des unberührten Schnees, fühlst du dich entspannt und eins mit der Natur. 

Mit leisem Knirschen gibt der Schnee unter deinen Füßen nach. Vorsichtig setzt du einen Schritt vor den anderen. Ruhe umgibt diesen Ort, der Kraft, Energie und Frieden ausstrahlt. 

Nach einer Weile öffnet sich vor dir der Wald und du hast freien Blick auf den See. Leichter Nebel steigt von dem dunkel schimmernden Wasser in die kalte Luft hinauf. Ein sanfter Wind lässt den feinen Pulverschnee in der Sonne glitzern. Du genießt diesen fast magischen Moment an diesem wunderschönen Ort in vollen Zügen.

Nach einer Weile gehst du weiter. Du entdeckst Spuren eines Hasen, die in den Wald hineinführen und siehst dich um, ob du noch weitere Spuren finden kannst. Und wirklich, bereits etwas weiter dem Weg entlang führen Rehspuren auf eine kleine Anhöhe. Du folgst den Spuren, oben angekommen trennt ein Zaun mit einem offenen Durchgang das Waldstück von einem endlos erscheinenden Acker, der erst ganz hinten am Horizont auf den tief blauen Himmel trifft.  Du schaust dich um und spürst all das Wahre und Gute an diesem Ort. Du fühlst dich wunderbar.

Weiter um den See herum führt nun ein kleiner Pfad wieder in den Wald hinein. Mit jedem Schritt schenkt dir die Umgebung das Gefühl von Geborgenheit und Erholung. Der Wald wird dichter und du siehst die hohen Bäume, wie sie freundlich den Weg weisen. Die Luft ist frisch und klar.

Du schaust dem Pfad entlang und erkennst weit vorne, am Waldrand ein kleines Holzhäuschen. Das letzte Wegstück führt mitten durch den Wald. Vorsichtig gehst du weiter an Büschen vorbei, steigst über verschneite Wurzeln und Äste. Erst am Waldrand angekommen siehst du, dass das Häuschen auf einem Deich steht, der nun über das das letzte Stück dem Seeufer entlangführt.

Der Himmel hat sich, während du im Wald unterwegs warst, mit Wolken zugezogen. Du hältst einen Moment inne. Märchenhaft steht dieses kleine Häuschen mitten auf dem langen Deich, auf dem du nun langsam wieder zurückkehrst.

Die ersten Schneeflocken schweben lautlos vom Himmel. Du schaust hinauf und fühlst wie die Flöckchen angenehm auf dein warmes Gesicht fallen. Völlig entspannt genießt du, wie diese frische Energie durch deinen Körper fließt. Prickelnd durch deine Arme bis in die Fingerspitzen. Weit und frisch in deine Brust und in den Bauch. Du fühlst dich glücklich, dein Geist ist frei und ruhig. 

Langsam nimmst du die Umgebung wieder mehr wahr. Tief atmest du diese wundervolle Winterluft ein und mit einem Lächeln verlässt du diesen Ort, an den du jederzeit zurückkehren kannst. Mit dem Gefühl von Frische, Ruhe und neuer Energie kehrst du nun in den Tag zurück. Atme tief ein und bewege dabei langsam deine Hände und Füße, so wie es gerade angenehm für dich ist. Strecke dabei vorsichtig deine Arme und Beine. Öffne deine Augen und atme noch einmal tief ein und aus. Setzte dich langsam aufrecht hin. 

Du bist wieder im Hier und Jetzt. Entspannt und voller Elan erinnerst du dich bei der nächsten Gelegenheit daran, Schneeflocken oder Regentropfen auf deiner Haut zu spüren und dieses Prickeln mit einem Lächeln mitzunehmen. 

©Sandra Polli Holstein

Waldtauchen

Eine kleine Auszeit für Kraft, Energie und mehr Leichtigkeit.

Gut, dass du dir diese kleine Auszeit vom hektischen und fordernden Alltag nimmst. Mache es dir an dem Ort, an dem du gerade bist, so bequem wie möglich. Setzte oder lege dich hin und achte darauf, dass Nichts und Niemand dich in den nächsten zwanzig Minuten stören kann.

Jetzt, in diesem Augenblick ist nichts wichtig oder von Bedeutung. Diese Auszeit ist nur für dich, um Entspannung, Freude und Gelassenheit zu finden, damit du hinterher gestärkt, mit neuer Energie und Leichtigkeit in den Tag zurückkehren kannst.

Atme nun einmal tief durch die Nase ein, lass die Luft in den Bauch fließen und durch den Mund atmest du langsam wieder aus. Erlaube dir dabei loszulassen und deinen Körper zu entspannen. Du spürst wie deine Schultern leichter werden, dein Gesicht entspannt und du dich immer leichter fühlst. Wiederhole das dreimal. Tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. Jedes Mal werden die Schulter, der Kiefer weicher und der Bauch hebt und senkt sich langsam wieder. In diesem Moment gibt es nichts für dich zu tun, auch deine Gedanken kommen und gehen von alleine wieder, wie die kleinen, weißen Wolken, die am blauen Himmel über dir vorüberziehen.

Ruhig atmest du in deinem Rhythmus weiter, schenke dir dabei ein inneres Lächeln und freue dich auf einen herrlich entspannt in den Wald einzutauchen. 

Stell dir vor du stehst in einem wunderschönen Wald. Die Sonne scheint und eine sanfte Briese streicht angenehm über deine Haut.  Du siehst dich um und wohin du auch schaust stehen große, kräftige Bäume. Ihre verschlungenen Wurzeln sind fest mit der Erde verbunden und an den starken Ästen tragen sie saftig grüne Blätter.

Hoch oben durch die Wipfel ist der strahlend, blaue Himmel zu sehen. Der sanfte Wind lässt die Blätter leise rauschen und die Luft ist voll von dem angenehmen, satten Duft der Erde. Diese friedvolle Umgebung mit den majestätischen Bäumen lädt für einen Moment zum Verweilen ein.

Beginne nun einen Spaziergang durch den Wald zu unternehmen. In dieser beruhigenden Atmosphäre begleitet von der Schönheit der Farben, fühlst du dich eins mit dem Wald. Beinahe lautlos gibt der weiche Waldboden unter deinen Fußsohlen nach. Das Gezwitscher der Vögel umgibt melodisch diesen Ort, der Kraft, Energie und Frieden ausstrahlt.

Nach einer Weile öffnet sich vor dir der Wald und eine wundersame Lichtung ist zu sehen. Du gehst weiter darauf zu und siehst wie die Lichtpunkte der durch die Blätter fallenden Sonnenstrahlen den Waldboden umspielen.

Über eine kleine Holzbrücke führt der Weg weiter an einem kleinen Bach entlang. Das klare Wasser plätschert und glitzert in der Sonne, die dich wohlig wärmt. Am Ufer blühen hübsche, bunte Blumen, die sich sanft im Wind bewegen. Zwei kleine Schmetterlinge tanzen über den Blüten und mit jedem Schritt schenkt dir die Umgebung das Gefühl von Geborgenheit und Erholung. Es ist hell und freundlich, die Luft ist frisch und klar.

An der Lichtung angekommen fühlst du, dass dies ein ganz besonderer Platz ist. Die saftig grüne Waldwiese mit den bunten Blüten zieht dich magisch an. Der frische Wiesenduft dringt in deine Nase und lädt dich ein inne zu halten.

Du schaust dich um und spürst all das Gute und Wahre an diesem Ort. Du fühlst dich wunderbar. In der Mitte dieses Platzes steht ein sehr alter Baum, seine Wurzeln sind mit grünem Moos bedeckt. Es ist, als ob der Baum leuchtet, so wird er von der Sonne angestrahlt.

Du gehst auf ihn zu und bemerkst die Ruhe und Kraft, die von ihm ausgeht. Du streckst die Arme aus und fühlst wie angenehm fest und sanft seine Rinde sich unter deinen Handflächen anfühlt. Gemütlich lehnst du dich mit dem Rücken und Kopf an den Stamm. Du schließt die Augen, bist Eins mit der Natur und die Sicherheit des Baumes umgibt dich mehr und mehr.

Völlig entspannt genießt du, wie die lebensspendende Energie durch deinen Körper fließt wärmend durch deine Arme bis in die Fingerspitzen. Weit und frisch in deine Brust und in den Bauch bis in die Hüfte. Dann angenehmem wohltuend über die Oberschenkel bis in die Füße. Du fühlst dich zufrieden und vollkommen, dein Geist ist frei und ruhig. In diesem Moment nimmst wahr, wie diese pure, positive Energie zu deiner Eigenen wird und du alles, was du nicht mehr brauchst, da lassen kannst. 

Langsam nimmst du die Umgebung wieder mehr wahr. Die Vögel zwitschern sich fröhlich zu, ein Specht klopft gegen die Rinde eines Baumes und eine leichte Brise weht dir durchs Haar. Tief atmest du diese wundervolle Waldluft ein und siehst wie ein Reh am Rande der Lichtung bedächtig grast. Es bemerkt dich, schaut auf und sieht dich für einen kurzen Augenblick ruhig an. Du kannst das Vertrauen, das das Reh dir schenkt, spüren und ein kurzes Glücksgefühl durchdringt dich.

Es ist nun langsam an der Zeit zurück zu kehren. Schlendernd und mit einem inneren Lächeln verlässt du diesen Ort, an den du jederzeit zurückkehren kannst. Entlang dem kleinen Bach entdeckst du auf dem Boden einen hellbraun schimmernden Stein. Du hebst ihn auf und spürst die glatte, kühle Oberfläche in deiner Hand. Wie ein Erinnerungsgeschenk nimmst du den kleinen Stein mit.  

Die Luft ist erfrischend und die Sonne strahlt noch immer wärmend durch die Blätter hindurch. Mit diesem Gefühl von Frische, Ruhe und Gelassenheit kehrst du nun glücklich in den Tag zurück. Atme tief ein und bewege dabei langsam deine Hände und Füße so wie es gerade angenehm für dich ist. Spüre wie die Energie mit dem nächsten Atemzug durch deinen Körper fließt, strecke dabei vorsichtig deine Arme und Beine. Öffne deine Augen und atme noch einmal tief ein und aus.

Setzte dich langsam aufrecht hin. Du bist wieder im hier und jetzt. Entspannt und voller Elan erinnerst du dich bei der nächsten Gelegenheit daran, einen kleinen hellbraun schimmernden Stein vom Boden aufzuheben, seine glatte und kühle Oberfläche in deinen Händen zu spüren und ihn mit einem Lächeln mitzunehmen. 

©Sandra Polli Holstein

Ein Sommermorgen

Eine Fantasiereise zum gemütlichen Aufwachen, oder für die kleine Auszeit zwischendurch. 

Eine gute Entscheidung, mit einer schönen Reise in den Tag zu starten oder dir diese kleine Auszeit vom manchmal stressigen Alltag zu nehmen. Setzte oder lege dich hin und mache es dir da, wo du gerade bist, so bequem wie möglich. Nimm dir vielleicht ein weiches Kissen oder deine Lieblingsdecke und schau, dass Nichts und Niemand dich in den nächsten fünfzehn Minuten stören kann.

Diese Fantasiereise ist nur für dich um Entspannung, Freude und Glück zu finden, damit du hinterher gestärkt, mit neuer Energie, Leichtigkeit und Zuversicht durch den Tag gehen kannst.

Schließe nun sanft deine Augen, atme einmal tief durch die Nase ein, dabei lässt du die Luft in den Bauch fließen und durch den Mund atmest du langsam wieder aus. Erlaube dir beim Ausatmen loszulassen und deinen Körper zu entspannen. 

Du spürst wie deine Schultern leichter werden, dein Gesicht entspannt und du dich immer gelöster fühlst. Wiederhole das dreimal. Tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. Jedes Mal werden die Schulter und der Kiefer weicher. Der Bauch hebt und senkt sich langsam wieder und du merkst wie du immer mehr loslassen und entspannen kannst.

Genieße diese Ruhe, die sich nach und nach in dir ausbreitet während du dich auf dich selbst konzentrierst. 

Dann atme ruhig in deinem Rhythmus weiter, sanft hebt und senkt sich dein Bauch bei jedem Atemzug, ein und aus, ein Kommen und Gehen. Wie die Gedanken, die kommen und von ganz alleine wieder gehen. 

Spüre wie dein ganzer Körper auf der Unterlage aufliegt. Die Beine, das Becken, dein Rücken, die Schultern und deine Arme liegen locker und entspannt auf der Unterlage. Du fühlst dich wohl und geborgen. Schenke dir ein inneres Lächeln und freue dich auf einen wunderschönen Sommermorgen. 

Stell dir vor, du stehst am offenen Fenster und eine leichte Brise bewegt die weißen Gardinen. Du riechst die frische Luft, von den Wiesen und Wäldern, die diesen Ort umgeben, der Ruhe und Frieden ausstrahlt.

Es ist noch sehr früh am Morgen, du hörst die Vögel die einen neuen Tag ankündigen und das fröhliche Gezwitscher zieht dich förmlich nach draußen auf die hübsche Holzveranda mit der großen Hängematte. 

Du spürst die starken, alten Holzdielen unter deinen Füßen, die bei jedem Schritt ein leises Geräusch von sich geben. Beinahe so als ob sie von vielen schöne Momenten zu erzählen haben. Es ist angenehm warm und du machst es dir in der Hängematte bequem. Sanft wiegt sie dich hin und her. Hier fühlst du dich angekommen und ganz und gar bei dir.

Du siehst dich um und wohin du auch schaust hängen Nebelschwaden tief über den Wiesen. Ein leichter Wind lässt die Felder leise rauschen und du genießt es diesen magischen Moment ganz für dich zu haben. 

Am Himmel glitzern noch einige Sterne, nur der Horizont färbt sich langsam Pastell blau, bis überganslos ein gelb leuchtendes Band zu sehen ist. Die Weizenfelder heben sich hell und golden von dem noch fast schwarzen Waldrand ab.

In dieser beruhigenden Atmosphäre begleitet von der Schönheit der Natur, fühlst du dich entspannt, ganz entspannt, glücklich und geborgen. Du nimmst wahr, wie diese pure, positive Energie zu deiner Eigenen wird und du alles was du nicht mehr brauchst von dir abfällt. 

Die gelborangenen, langsam zu hellem Rosa wandelnden Farben am Firmament mischen sich mehr und mehr mit dem Blau des Himmels. Bis dieses überwältigende Farbenspiel, mit der aufgehenden Sonne, langsam in einen wunderschönen Sommermorgen übergeht. 

Noch liegt das Nebelband tief über den Feldern und die höchsten Baumwipfel werden nun goldgelb von den ersten Sonnenstrahlen angeleuchtet. 
Tief atmest du diese wundervolle Luft des Morgens ein und entdeckst wie ein hübscher, kleiner Fuchs am Rande der Lichtung entlang schleicht. Er hebt den Kopf, streckt seine Nase in die Luft und bemerkt dich. Er sieht dich für einen Moment ruhig und forschend an. Eure Blicke treffen sich und in diesem Augenblick spürst du wie diese friedliche Atmosphäre euch verbindet und ein wundervolles Glücksgefühl in dir aufkommen lässt. 

Zwischen den Bäumen strahlt die Sonne nun in ihrer vollen Pracht und taucht alles in warme Sommerfarben. Der kleine Fuchs ist weitergezogen und ein leichter Wind streicht angenehm über deine Haut. Du fühlst dich wunderbar, du fühlst dich wunderbar und glücklich.

Die Wassersprenger auf den Feldern sind angegangen und kündigen einen schönen Sommertag an. Die Luft ist erfrischend und du spürst die schon wärmenden Sonnenstrahlen auf deiner Haut. Mit dem schönen Gefühl von Frische, Ruhe und Zuversicht gehst du nun glücklich in den Tag. 

Atme tief ein und bewege dabei langsam deine Hände und Füße so wie es gerade angenehm für dich ist. Spüre wie die Energie mit dem nächsten Atemzug durch deinen Körper fließt, strecke dabei vorsichtig deine Arme und Beine. Öffne deine Augen und atme noch einmal tief ein und aus. Setzte dich langsam aufrecht hin. Du bist wieder im Hier und Jetzt. 

Entspannt und voller Elan erinnerst du dich bei der nächsten Gelegenheit daran, deine Nase wie der kleine Fuchs in die Luft zu halten, um den Augenblick mit allem was er dir zu bieten hat zu erkennen und zu genießen.

©Sandra Polli Holstein

Körperreise

Für eine Tiefenentspannung und einen erholsamen Schlaf.

Es ist nun an der Zeit, dass du dich entspannst, einfach alles loslässt und zur Ruhe kommst. Lass dich mitnehmen und fühle, wie du dich immer wohler fühlst und immer weiter entspannst. Ich führe dich durch deinen Körper, damit du ganz sanft Anspannungen lösen und dich immer weiter ausruhen kannst. Bis du dich in dem wunderbaren Zustand der Tiefenentspannung befindest und behutsam in einen erholsamen Schlaf gleiten kannst. 

Lege dich nun gemütlich auf deinen Rücken. Deine Beine liegen Hüftbreit auseinander und deine Füße fallen locker zur Seite. Deine Arme liegen seitlich neben deinem Körper. Deine Arme und Hände liegen entspannt auf der Unterlage. Nimm nun ein paar tiefe Atemzüge, atme durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. Bei jedem Ausatmen lässt du mehr und mehr alle Anspannungen los, genauso wie alle Gedanken. Lass sie ziehen. Stell dir kleine Wolken vor, die sanft am Himmel vorüberziehen. Mit jeder Wolke schickst du auch die Gedanken fort, lässt sie einfach davonziehen. Wann immer dein Fokus abschweifen sollte, ärger dich nicht. Lass die Gedanken einfach mit den Wolken ziehen und komm wieder zurück zu meiner Stimme.

Lenke deine Aufmerksamkeit nun ganz auf deinen Atem. Atme tief in deinen Bauch und langsam wieder aus. Tief ein und langsam wieder aus. Spüre wie die Luft durch deine Nase, deinen Hals in deinen Bauch und wieder hinaus fließt sich deine Bauchdecke hebt und senkt hebt und senkt. Mit jedem Atemzug kommt dein Körper von ganz alleine, mehr und mehr zur Ruhe. 

Lenke deine Aufmerksamkeit nun zu deinen Füßen und spüre nach, wie sie auf der Unterlage liegen. Spüre wie deine Fersen mit ihrem Gewicht die Unterlage berühren, angenehm und schwer. Schau, ob du deine Atmung in diesem Bereich hinein und wieder hinaus lenken kannst, als ob die Füße atmen würden.  Stell dir vor die Unterlage gibt langsam nach, bis deine Füße beim nächsten Ausatmen darin versinken. 

Gehe gedanklich weiter zu deinen Unterschenkeln und spüre auch dort nach wie deine Unterschenkel aufliegen. Wie liegen sie auf? Wie groß ist die Berührungsfläche? Liegen beide gleich, oder fällt ein Unterschenkel mehr zur Seite? Bei der nächsten Ausatmung gibt auch hier die Unterlage wieder nach und du stellst dir vor wie deine Unterschenkel versinken. 

Wandere nun mit deiner Aufmerksamkeit zu deinen Oberschenkeln und spüre wie entspannt und schwer sich deine Oberschenkel anfühlen. Fühle die ganze Berührungsfläche – wie die weiche Unterlage langsam nachgibt und deine Oberschenkel sanft darin versinken.  

Jeder Atemzug lässt nun auch dein Becken angenehm warm und schwer werden. Du spürst wie du immer mehr loslassen kannst und dein Becken entspannt in die Auflage sinkt. 

Lenke nun deine Gedanken zu deinem Rücken. Wo berührt er die Unterlage und wo nicht? Gibt es Wölbungen über der Unterlage? Stell dir genau dort Luftpolster vor, die sich angenehm wärmend an deinen Rücken schmiegen. Nimm nun die ganze Auflagefläche deines Rückens auf der weichen Unterlage wahr. 

Gehe nun zu deinen Schultern, wie sie ohne Anspannung ganz entspannt und in einer angenehmen Schwere die Unterlage berühren. Mit jedem Atemzug sinken sie tiefer bis aus sie einsinken. Du fühlst dich wohl und geborgen. 

Wandere weiter mit deiner Aufmerksamkeit zum Nacken. Berührt dein Nacken die Unterlage? Wenn ja, wo genau sind Berührungspunkte? Stell dir vor wie auch da ein Luftpolster wohltuend deinen Nacken stützt und du eine angenehme Leichtigkeit verspürst. 

Lenke nun deine Aufmerksamkeit weiter zu deinem Kopf. Fühle wie die weiche Unterlage wohlig nachgibt. Spüre nach wie dein Kopf aufliegt. Ist es eher eine kleine oder doch eine größere Fläche? Ist die Berührungsfläche genau in der Mitte des Hinterkopfes, oder mehr im oberen oder unteren Bereich? 

Deine Gedanken gehen nun weiter zu deinem Gesicht. Du spürst wie deine Stirn deine Augen und dein Kiefer beim nächsten Ausatmen immer mehr loslassen, sich glätten und Richtung Auflage sinken. Du genießt diese wohltuende Entspannung, alles ist ruhig und friedlich und du erholst dich Atemzug für Atemzug. 

Fühle nun deine Hände, wie sie auf der Unterlage liegen. Spüre die Punkte wo sie aufliegen und vergleiche in aller Ruhe. Liegen beide Hände flach auf der Unterlage oder liegt eine Hand mehr seitlich? Du fühlst wie sie mit ihrem Gewicht angenehm sanft einsinken.

Gehe weiter zu deinen Armen und achte auf die Berührungspunkte, wie sie locker und leicht angewinkelt aufliegen. Entspanne deine Ellenbogen, wenn du ausatmest und fühle, wie die Arme weich werden und sich alle Spannungen lösen, bis auch die Arme wohlig warm versinken. 

Und jetzt, lenke deine Aufmerksamkeit auf den Körper als Ganzes. Achte von Kopf bis runter zu den Zehenspitzen. Fühle den sanften Rhythmus der Atmung, während er sich durch den Körper bewegt.

Diese Tiefenentspannung ist eine Wohltat für jede Zelle deines Körpers. Du fühlst dich vollkommen wohl, losgelöst, frei und glücklich. 

Lass deinen Körper nun in einen tiefen, erholsamen Schlaf gleiten. Und auch dein ganz entspannter Geist gleitet immer mehr in einen tiefen Schlaf ab. Meine Stimme wird leiser und du sinkst immer weiter in einen angenehmen, wohltuenden Schlaf.  Aus dem du in einigen Stunden, am nächsten Tag, oder wenn der Wecker klingelt aufwachst und dich frisch, ausgeruht und voller neuer Energie fühlst.

©Sandra Polli Holstein

Auf der Alm

Eine Fantasiereise für Erholung und Gelassenheit, oder für einen friedlichen sanften Schlaf.

Schön, dass du dir Zeit für dich nimmst und eine kleine Pause von den vielen Aufgaben des Alltags machst. Du kannst diese Auszeit dazu nutzen, um zu entspannen, damit du später erholt, frisch und gelassen in den Tag zurückkehrst, oder um sanft in einen tiefen friedlichen Schlaf zu sinken. 

Mache es dir auf einer Unterlage oder auf einer Sitzgelegenheit gemütlich. Lege deine Arme bequem ab, deine Beine und Füße sind entspannt und haben ebenfalls eine bequeme Position. Dein Rücken und der Kopf finden auch eine für dich angenehme Haltung. 

Spüre nun deinen Atem, wie dein Bauch sich hebt und senkt, ein und aus. Die Entspannung macht sich langsam breit in dir und alle Geräusche um dich herum fließen an dir vorbei. Sie helfen dir, immer mehr zu entspannen. Du achtest auf meine Stimme, sie entspannt dich tiefer und tiefer. Ich zähle nun von zehn hinab und du erlaubst dir dabei immer mehr loszulassen.

Zehn, du sinkst tiefer und lässt immer mehr los. Neuen, du spürst wie eine tiefe Ruhe und Gelassenheit dich zur Acht bringt und ein wohlig geborgenes Gefühl breitet sich mit Sieben in dir aus. Mit Sechs füllt dich eine tiefe Harmonie aus und die Fünf lässt dich weiter in eine tiefe Entspannung sinken. Die Vier hilft dir weiter loszulassen. Alles um dich herum wird weicher und sanfter. Lass es geschehen und mit der Drei lass alles fließen. 

Mit der Zwei bist du gelöst und frei, sie gibt dir Zeit, Zeit für dich, Zeit zur Entspannung. Eins, sie hilft dir tiefer zu sinken in die Welt der Fantasie, um deine Fantasiereise fließen zu lassen.

So siehst du dich auf einer Alm stehen, ein kleiner Weg führt mitten durch eine wunderschöne Sommerwiese. Die Sonne scheint und eine leichte Brise streicht angenehm über deine Haut. Du siehst dich um und wohin du auch schaust, siehst du saftig grüne Wiesen mit Blüten in den bezauberndsten Farben ein wahres Farbenmeer. 

Der Himmel ist strahlend blau. Es ist ein herrlicher Sommertag und du spürst wie die Sonne dich angenehm wärmt. Die Luft ist voll von dem Geruch nach frischem Gras und süßem Blütenduft. Du gibst dich diesen Moment ganz hin und bist dankbar für dieses Naturerlebnis mit dieser Schönheit und Lebendigkeit. 

Langsam gehst du den Weg entlang spontan beschließt du die Schuhe auszuziehen. Du gehst die ersten Schritte auf der Wiese und merkst wie samtig weich sich das Gras unter deinen Füßen anfühlt. Hier, an diesem friedlichen Ort, umgeben von dem fröhlichen Gezwitscher der Vögel fühlst du dich glücklich und eins mit der Natur. 

Begleitet von der Schönheit der Farben, gehst du weiter. In der Ferne umgeben Berge diese wunderschöne Alm. In ihrem hellgrau und mit den weißen Schneekuppen heben sie sich majestätisch von der bunten Sommerwiese und dem strahlend blauen Himmel ab. 

Die ruhige Atmosphäre und der wunderbare sommerliche Duft der Natur schenken dir das vertraute Gefühl von Heimat. Nach einer Weile erreichst du eine Hochebene. Grashalme und Blumen bewegen sich sanft im leichten Wind. Kleine Schmetterlinge tanzen über den Blüten und mit jedem Schritt schenkt dir die Umgebung das Gefühl von Geborgenheit und Erholung. 

Es ist hell und freundlich, die Luft ist frisch und klar. Diese wunderschöne Hochebene lädt dich zum Verweilen ein und du spürst, dass dies ein ganz besonderer Platz ist. – Gemütlich legst du dich auf die weiche, von der Sonne gewärmte Wiese. Am Himmel ziehen kleine, weiße Wolken vorbei, von weitem kannst du Kuhglocken hören und du schließt sanft deine Augen. 

Du fühlst dich wunderbar und du genießt jeden Atemzug. Die harmonische und lebensspendende Energie fließt in jede Zelle deines Körpers, wärmend durch deine Arme bis in die Fingerspitzen. Weit und frisch in deine Brust und in den Bauch bis in die Hüfte. Dann angenehmem wohltuend über die Oberschenkel bis in die Füße. Du fühlst dich zufrieden und vollkommen, dein Geist ist frei und ruhig. 

In diesem Moment nimmst Du wahr, wie diese pure, positive Energie zu deiner eigenen wird und du alles was du nicht mehr brauchst dalassen kannst. 

Langsam nimmst du die Umgebung wieder mehr wahr. Die Vögel zwitschern sich fröhlich zu, du hörst die Grillen zirpen und eine leichte Brise weht dir durchs Haar. 

Tief atmest du diese wundervolle Landluft ein, es ist Zeit langsam weiter zu gehen. Behutsam stehst du auf und schaust dich nochmal um. Du siehst das Tal unter dir und beobachtest wie zwei Alpenvögel spielerisch ihre Flugmanöver über dem Abhang fliegen. Du kannst diese lautlose, friedliche Schwerelosigkeit beinahe fühlen und ein angenehmes Glücksgefühl durchfährt dich. 

Schlendernd verlässt du mit diesem Glücksgefühl diesen wunderschönen Ort, an den du jederzeit zurückkehren kannst. Die Luft ist erfrischend und die Sonne strahlt noch immer wärmend in dein Gesicht. Auf dem Weg entlang der Sommerwiese entdeckst du eine hübsche Pusteblume. Du erinnerst dich, was du als Kind gerne damit gemacht hast, beugst dich zu ihr runter und pustest sie mit einem Atemzug an. Ihre Samen steigen hoch in die Luft und werden von der leichten Brise davongetragen. 

Du siehst ihnen nach und in diesem Augenblick erkennst du, dass all die Samen irgendwo in der Erde keimen werden, Wurzeln schlagen und so ein neuer Zyklus des Lebens beginnt.  Diesen Gedanken behältst du wie ein Geschenk tief in dir. 

Wenn du nun wieder wach werden möchtest atme ein paar Mal tief durch, bewege und strecke dich vorsichtig und kehre mit dem Gefühl von Frische, Ruhe und Dankbarkeit glücklich in den Tag zurück. 

Möchtest du lieber liegen bleiben und sanft in einen erholsamen Schlaft gleiten wollen, lass deinen Körper nun weiter in eine tiefe Entspannung gleiten. Und auch dein entspannter Geist gleitet immer mehr in einen tiefen Schlaf ab. Meine Stimme wird leiser und du sinkst immer weiter in einen angenehmen, wohltuenden Schlaf.  Aus dem du in einigen Stunden, am nächsten Tag, oder wenn der Wecker klingelt aufwachst und dich frisch, ausgeruht und voller neuer Energie fühlst.

©Sandra Polli Holstein

Am Meer

Eine Fantasiereise für Ruhe und Erholung, oder für einen wohltuenden Schlaf.

Schön, dass du dir die Zeit zum Träumen und zum Entspannen nimmst. Am Ende dieser Traumreise kannst du dich entscheiden, ob du erholt in den Tag zurückkehren möchtest oder du in einen wohltuenden, angenehmen Schlaf gleiten möchtest. 

Nimm eine sitzende oder liegende Position ein und mache es dir so bequem wie möglich. Wenn du danach schlafen möchtest, dann lege dich am besten hin. Achte darauf, dass dich nichts und niemand stören kann. Am besten Du schaltest du das Telefon aus oder stellst es auf lautlos.  Jetzt, in diesem Augenblick ist nichts von Bedeutung. Diese Entspannungsreise ist nur für dich um Ruhe, Frieden und Erholung zu finden, damit du hinterher friedlich einschlafen oder glücklich und entspannt in den Tag zurückkehren kannst.

Deine Arme liegen locker neben dir oder du legst deine Hände auf den Bauch, so wie es für dich gerade angenehm ist. Schließe nun deine Augen, atme einmal tief durch die Nase ein, lass die Luft in deinen Bauch fließen und atme langsam durch den Mund wieder aus. Erlaube dir dabei alles loszulassen und deinen Körper zu entspannen. Wiederhole das noch zweimal. Tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. 

Du spürst, wie deine Schultern weicher werden, dein Gesicht wird ganz weich und entspannt und Du fühlst dich immer leichter. Bei jedem Ausatmen fließt die Anspannung aus deinen Händen und Füßen, deinen Schultern und dein Kiefer lockern sich mehr und mehr. 

Mit der Atmung kommen auch die Funktionen deines Körpers langsam zur Ruhe. – Erlaube dir immer mehr loszulassen. 

Du spürst, wie du dich sanft von der Wahrnehmung löst. Lass einfach alles fließen. Immer weniger achtest du darauf, was du wahrnimmst. 

Ruhig atmest du in deinem Rhythmus weiter. Dein Bauch hebt und senkt sich langsam wieder, deine Gedanken kommen und gehen von allein wieder, wie die leichte Brandung des Meeres, die das Wasser zum Strand und wieder zurückfließen lässt. 

Stell dir vor, du bist an einem wunderschönen Strand, umrandet von Palmen hebt sich der feine, weiße Sand von dem tiefblauen Meer ab. 

Die Sonne scheint und ein leichter warmer Wind weht sanft durch deine Haut.  Du siehst dich um und bemerkst, dass du alleine an diesem traumhaften Ort bist. Wohin du auch schaust, siehst du Palmen, den weißen Sand und dieses unendlich türkisblaue Meer. 

Am Himmel ziehen kleine weiße Wolken vorbei. Es ist herrlich und du spürst wie dich die Sonne angenehm in deinem Gesicht. Die Wärme breitet sich in deinem ganzen Körper aus. Du fühlst Dich wohl du fühlst dich wohl und entspannt. 

Langsam gehst du über den feinen Sandstrand Richtung Wasser. Bei jedem Schritt spürst du, wie wohltuend weich sich der Sand unter deinen Füßen und zwischen deinen Zehen anfühlt. 

Begleitet von der Schönheit der Natur, schlenderst du weiter dem Wasser entlang. Die Meeresluft lässt dich das Salz der Luft auf deinen Lippen schmecken. 

Weiter draußen siehst du die strahlend weißen Segel einiger kleiner Schiffe, die aufs Meer hinausfahren. Hier, an diesem friedlichen Ort, fühlst du dich frei und glücklich. Hier kannst du alles loslassen. 

Langsam sinkt die Sonne etwas tiefer und lässt das Meer golden glitzern. Vor dir entdeckst du nun einen ganz besonderen Platz. Große Felsen schmiegen sich in diese Landschaft und schimmern in der tief liegenden Sonne in den schönsten orangebraunen Farben. Es zieht dich förmlich dahin und du gehst auf diese vom Wasser abgerundeten Felsen zu. Angekommen streckst du die Arme aus und fühlst diese angenehme Wärme und die feine Oberfläche unter deinen Handflächen. 

Es ist ein bezaubernder Ort. Du setzt dich in den weichen Sand, die Luft ist wunderbar frisch und du gibst dich diesen Moment ganz und gar hin. Vorsichtig lässt du den Sand durch deine Finger rieseln und genießt das Gefühl, wie der feine Sand durch deine Hände fließt. Jedes Sandkorn ist so winzig und doch ergeben viele Sandkörner diesen wunderschönen Strand.

Du beobachtest wie die Wellen im Rhythmus am Strand auslaufen und sich wieder ins Meer zurückziehen, hin und her. Gemütlich legst du dich hin und spürst den warmen Sand von den Fersen an den Waden hoch, über die Rückseite deiner Oberschenkel, wohlig warm am Becken und über den ganzen Rücken sowie an deinen Armen. Du hörst dem leisen rhythmischen Klang der Wellen zu.

Das Gefühl der Weite, Unbegrenztheit und Freiheit erfüllt dich vollkommen. Diese wundervoll friedliche Atmosphäre und der Klang der Brandung wiegen dich sanft in eine tiefe Entspannung. Mit jedem Einatmen spürst du die milde Meeresluft, die eine Wohltat für jede Zelle deines Körpers ist. 

Langsam nimmst du die Umgebung wieder mehr wahr. Von weitem hörst du das leise Kreischen der Möwen und eine leichte Brise streicht dir durchs Haar. Nimm wahr wie entspannt und ruhig du bist. Du fühlst dich vollkommen wohl vollkommen wohl, frei und glücklich.

Mit diesem Gefühl kehrst du nun entweder in den Tag zurück oder gleitest in einen tiefen erholsamen Schlaf. Möchtest du wieder wach werden, atme ein paar Mal tief durch, bewege und strecke dich vorsichtig, so wie es gerade gut für dich ist und nehme diese tiefe Entspannung mit in deinen Tag. 

Solltest du lieber liegen bleiben und friedlich schlafen möchten, lass deinen Körper nun in einen tiefen wohltuenden Schlaf sinken. – Deine Glieder werden schwerer und dein entspannter Geist taucht in die weite Welt der Träume ab. 

Meine Stimme wird leiser und du sinkst immer weiter in einen angenehmen, wohltuenden Schlaf.

©Sandra Polli Holstein

Die eigentlich natürlichste Sache der Welt

Warum sprechen wir nicht über die eigentlich natürlichste Sache der Welt? Vermutlich weil wir Menschen den Tod mit dem Ende verbinden und ihn so als das Gegenteil des Lebens sehen. Dabei ist der Tod die einzige Garantie, die wir mit unserer Geburt bekommen. Alles andere ist das Leben, das völlig offen mit unserer Individualität gestaltet werden will. Und doch erscheint vielen das Lebensende abstrakt und häufig fürchten wir uns vor ihm, weil es keine Antwort auf Fragen, wie „was passiert danach?“ oder „wie fühlt sich das Sterben an?“ gibt. Die Gedanken an das Sterben lösen traurige und damit negative Gefühle in uns aus. Der Tod zeigt uns immer wieder die Vergänglichkeit unseres Lebens und während wir viele Dinge in unserem Leben steuern können, sind wir dem Tod machtlos ausgeliefert. Ob durch eine schwere Krankheit, wie meine Krebserkrankung oder einen unglücklichen Treppensturz, wann und wie er kommt, finden wir erst heraus, wenn er da ist. Diese Ungewissheit über unsere Endlichkeit ruft sicherlich auch bei mir Unbehagen hervor.

Auch wie wir als Kinder mit dem Thema konfrontiert wurden, vielleicht sogar in frühen Jahren schon einen großen Verlust erleben mussten, lässt uns das Thema, verständlicher Weise, lieber vermeiden. Durch die schmerzhafte Vorstellung einen geliebten Menschen zu verlieren, möchten wir uns mit dem Sterben nicht weiter auseinandersetzen. So wird das Thema in der Familie ausgeblendet und ist sicher auch selten ein Thema, welches wir bei einem gemeinsamen Abend mit Freunden besprechen. 

Wann sprechen wir heute über den Tod?

Die Diagnose einer schweren Krankheit bei einem nahestehenden Menschen oder ein plötzlicher Verlust, lässt uns oft geschockt und hilflos zurück. Es fällt schwer solche Schicksalsschläge anzunehmen. Wir fühlen uns wie gelähmt, wissen nicht damit umzugehen und empfinden es natürlich oft als ungerecht. Die Frage, „warum ich, er oder sie?“ lässt und anfangs kaum los. Dazu kommt, dass wir in unserer hektischen Zeit, in der immer und überall Multitasking gefordert wird, uns kaum die notwendige Zeit zu trauern nehmen können. Und so verdrängen wir wieder und sind auch als Eltern gerne überfordert, wenn unsere lieben Kleinen anfangen sich Gedanken über das Sterben zu machen und beginnen Fragen zu stellen. Es ist so, als ob der Tod nicht in unserem Lifestyle zu passen scheint, dabei gehört er kompromisslos zum Leben dazu. Können wir lernen mit dem Tod umzugehen?

Meine Oma ist schon vor fünfundzwanzig Jahren mit zweiundachtzig verstorben. Dennoch ist sie immer bei mir, wenn ich ihre Lebensweisheiten brauche und an sie denke. Sie war Krankenschwester und Sterbeamme und pflegte ihren Ehemann, der mit knapp sechzig Jahren an Knochenmarkkrebs erkrankte, bis zu seinem Ende bei ihnen zu Hause. Leider konnten meine Zwillingsschwester und ich unseren Opa nie kennenlernen. Er verstarb nur wenige Tage vor unserer Geburt.

Das mag der Grund sein, warum Oma schon früh mit uns Kindern über die Vergänglichkeit aller Dinge und das dies zum natürlichen Kreislauf des Lebens dazugehört, gesprochen hat.

Oma glaubte auch an Seelenwanderung und begrüßte ihren verstorbenen Ehemann jeden Morgen mit einem gut gelaunten „Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen und guten Morgen“. Dabei tippte sie mit dem Zeigefinger auf jedes, der vier schwarz-weiß Bildchen auf dem Fotostreifen, der über dem Abreißkalender befestigt war. Der Gedanke an Seelenwanderung war mir etwas unheimlich. Die Vorstellung hingegen, dass wir im Himmel lachend auf einer riesigen Schaukel sitzen, gefiel mir da schon besser. Und weil sie so offen und selbstverständlich über den Tod gesprochen hat, verkrafte ich heute meine Krebsdiagnose vermutlich besser als manch anderer.

Viele sagen, dass sie sich nicht direkt vor dem Tod fürchten, aber vor Krankheit, Schmerzen und Leiden. Natürlich möchte das niemand erleben, doch wir können uns unser Schicksal nicht aussuchen und ist der Tod in solchen Fällen nicht erst recht eine Erlösung?

Unsere Oma hat uns das gerne pragmatisch erklärt: „Ich muss euch doch nicht leidtun, wenn ich sterbe. Mir geht es dann gut und Schmerzen habe ich auch nicht mehr. Darüber könnt ihr euch freuen und ich werde immer in euren kleinen Herzen sein.“ Alles ist vergänglich. Ohne diese Tatsache würden wir nicht existieren und weiter erzählte sie: „Als wären wir ein Blatt an einem schönen Baum. Wir tanzen im Wind, spenden Schatten und irgendwann verwelken wir und fallen vom Baum auf die Erde. Dort schützen wir andere kleine Pflänzchen vor Kälte und Schnee, bis wir wenn es wärmer wird Humus werden, welcher der Baum im Frühling braucht, um neue Blätter sprießen zu lassen.“

Vor allem mit unseren Liebsten sollten wir über unsere Gedanken zur Vergänglichkeit sprechen. Wir können uns unsere eigenen Bilder, Wünsche und Vorstellungen davon machen, wie wir uns das Ende vorstellen. Was uns wohl im Jenseits, im Himmel oder auf der anderen Seite erwarten wird. Ob wir dortbleiben, als Seele herumziehen, oder wieder geboren werden. Jeder wie er mag. Doch die Welt der Hinterbliebenen dreht sich weiter. Und über diese Trauer, dass uns ein Mensch im Alltag fehlen wird, dass wir es vermissen werden, diesem Menschen die Hand zu geben, ihn zu drücken oder ihn einfach nur anzurufen, sollte mal gesprochen werden. Sonst lassen wir sie damit allein. So ein Schmerz scheint anfangs beinahe unerträglich, doch es wird irgendwann langsam weniger, mit der Zeit, langsam immer weniger.

Statt den Tod als Gegenteil des Lebens zu sehen, sollten wir ihn als festen Bestandteil unseres Lebens sehen. Das hilft sich mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, bewältigt Hürden und vor allem Angst. Denken wir über unser eigener Abschied nach, macht es uns traurig, weil wir an unsere Lieben, die wir zurücklassen denken. Doch wie so oft und bereits erwähnt: Reden hilft.

Als Kind habe ich von dem offenen Umgang mit dem Thema profitiert. Ein Gespräch mit einem begleitenden Buch kann sehr hilfreich sein. Das Thema nicht als Tabu zu behandeln, ermöglicht gerade angesichts bevorstehender Bestattungen von geliebten Familienangehörigen mehr Verständnis und eine bessere Verarbeitung des Verlusts.

Durch den Gedanken womöglich früher als „normal“ gehen zu müssen, bin in natürlich immer wieder unendlich traurig. Doch die Gespräche mit meiner Familie lassen mich wissen, dass sie das Schicksal annehmen und auch ohne mich zurechtkommen werden. Das hat etwas sehr Beruhigendes für mich. 

„Das schönste was ein Mensch hinterlassen kann, ist das Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.“

©Sandra Polli Holstein

Wir Frauen in der zweiten Lebensphase

Ein entspannendes Bad ist der Plan für den frühen Abend. Das Wasser dampft, es duftet nach Lavendel und ich ziehe meinen kuscheligen Pyjama aus. Unübersehbar präsentiert sich das leckere aber viel zu fette und süße Essen über meine Körpermitte. Auch der Sport ist während der gefühlt zweimonatigen Vorweihnachtszeit viel zu kurz gekommen, was der Optik nicht sehr dienlich ist. Langsam beuge ich mich vorsichtig nach vorne, um die Socken auszuziehen. Bei der Bewegung zieht es schon seit längerem leicht im Kreuz und ich schau mir nun bei der Gelegenheit meine Beine etwas genauer an. Die Kontaktlinsen hatte ich morgens gleich nach dem Aufstehen eingesetzt und jetzt frage ich mich wann genau meine Haut an den Oberschenkeln angefangen hat neben leichten Beulen auch noch trocken und mit feinen Falten an Elastizität zu verlieren? 

Just in diesem Augenblick erinnere ich mich daran, wie mein Sohn mich als Zehnjähriger mal fragte, „warum wackelt bei dir eigentlich alles?“ Meine Stimmung wird nicht besser, als ich mich auf die Waage stelle. Kein Wunder, dass der Bauchspeck sich unschön über den Verschluss der Jeans legt. Mit “love handles“ hat das nichts mehr zu tun. Die etwas deprimierende Situation erreicht den Höhepunkt als ich meine kürzlich notwendig gewordene Eckzahnprothese herausnehme. Ach herrje, wer behauptet alt zu werden ist nur schön, der lügt meiner Ansicht nach. Von wegen, „wir sind nicht mehr die jüngsten, das stört mich nicht im Geringsten.“ Das dachte ich vielleicht noch vor einigen Jahren, aber in der Zwischenzeit ist viel passiert und OFFENSICHTLICH habe ich mich verändert. Und nun?

Ja, wir sind in einem Alter, in dem wir Falten, graue Haare und die mehrgewordenen Kilos an unserem Körpern sehen. Die Wechseljahre kündigen sich an, oder sind vielleicht bereits aufgetaucht. Wenn uns dann die hübschen 25-jährigen begegnen, schwelgen wir gerne in Erinnerungen, wie zum Beispiel die Lieblingshotpants unsere braungebrannten Beine betonte… Ja, wir waren auch mal 25, die Welt schien uns zu Füßen zu liegen und nur auf uns zu warten. Doch genauso werden auch die heute 25-jährigen eines Tages in unserem Alter sein. Was sie mit Ihrer Jugend und ihrer Begeisterung an den Tag legen, legen wir unsere Weisheit und Lebenserfahrung hinein. Wir haben schon Kinder großgezogen, Haushalte geführt, Rechnungen bezahlt, gearbeitet, mit Krankheiten, Verlust und all dem anderen, was uns das Leben noch so zu bieten hat jongliert. Wir sind Persönlichkeiten, wir sind Heldinnen, wir sind Frauen. Auch wenn unsere Körper vielleicht nicht mehr das sind, was sie einmal waren, tragen sie unsere Herzen, unseren Charakter, unseren Mut und unsere Stärke. Und ja, emotional fühlen wir uns oft noch sehr viel jünger – dabei bin ich so bei 35 stehen geblieben. Wir hätten vermutlich alle gerne wieder diese unbekümmerte Gelassenheit, diese Spontanität und die rosarote Brille auf. Doch dafür wissen wir heute einfach zu viel. Mit dem Wissen, was wir alles geschafft haben, werden wir dieses neue Kapitel unseres Lebens mit Liebe, Demut und Stolz betreten. Und wir sollten uns nicht schlecht darüber fühlen, älter zu werden. Es ist ein Privileg, dass so vielen verwehrt wird. 

©Sandra Polli Holstein