28.02.2019 Kontrollverlust

Ich will nur ein bisschen was Gutes für mich tun und gehe abends zum Pilates-Kurs. Da kommt ein kleines, motiviertes Muskelpacket als Vertretung in den Raum, weil der eigentliche Trainer im Stau steht… nach einer Viertelstunde erklärt der Vertretungstrainer während einer Übung, „da könnten die Beine etwas brennen“ und ich frage mich „welche Beine“?!? Denn schon zu diesem Zeitpunkt kämpfe ich damit meine Beine überhaupt noch zu spüren! Gegen Ende des Kurses bin ich kurz vor dem totalen Kontrollverlust meiner Extremitäten – ALTER und ich glaubte ich bin fit! Immerhin waren zwei junge Mitstreiterinnen genauso am Arsch – das entschädigt mich jetzt noch ein wenig.😁
Also nimmt das Leben mit Muskelkater wieder Fahrt auf.  Dabei war, ist und wird das Schreiben weiter Balsam für meine und vielleicht auch für die eine oder andere Seele sein. Möglicherweise ist es eine Antwort auf die Frage „warum bin ich hier“? Meine Gedanken und Gefühle in Worte zu packen, dass sie in Bildern die Leser/innen daran teilhaben lässt, begeistern und fesselt mich einfach immer wieder. Die Idee ein Buch zu schreiben hatte ich tatsächlich schon in meinen Zwanzigern. Doch als kleine Spinnerei mit viel zu viel Aufwand verbunden, habe ich diesen Gedanken immer wieder husch über Bord geworfen. Erst die Krebserkrankung hat mich mit ihren durchaus auch positiven Nebeneffekten wieder zum Schreiben geführt.
Dieser Blog ist meine Herzenssache. So kann ich meine Geschichten teilen und mit euren Nachrichten, gedrückten Daumen und Wünschen seit ihr mit ein Grund dafür, dass ich (noch) da bin – wo ich heute bin!
Nun gehe ich wieder einmal „an Bord“ und es wird mir eine Freude sein euch von meiner kleinen Kreuzfahrt zu berichten. Vor allem weil ich eine liebe und geschätzte Tanz Kollegin aus meiner AIDAcara Show Ensemble Zeit nach über 20 Jahren auf Fuerteventura wieder sehen werde! #kreischalarm
Im Anschluss geht es gleich mit meinem Arbeits-Revival weiter. Damit liegt eine unglaublich spannende und aufregende Zeit vor mir, wovon ich euch zukünftig monatlich hier im Blog berichten werde. Die Idee mit dem Buch werde ich dabei wieder aufnehmen – mal sehen was daraus wird!

24.02.2019 eine geile Woche!

Angefangen mit einem sehr sportlichen Montag, erfuhr ich am Tag darauf von meiner Onkologin, dass die Ergebnisse meiner Nachsorgeuntersuchung allesamt unverändert gut sind.  Der Stein meiner Erleichterung war vermutlich bis zu meinen Lieben in die Schweiz zu hören. Dann am Mittwoch drehte sich alles um das Assessment, zu welchem unser Pupertier im Rahmen eines umfangreichen Auswahlverfahrens für einen Ausbildungsplatz eingeladen wurde. Stolz wie Oskar fuhr ich Josh morgens hin, um ihn drei Stunden später erleichtert, glücklich und zufrieden mit seinen Leistungen in die Arme zu schließen. Er war mit Abstand der jüngste Teilnehmer und schon am nächsten Abend sollte er die finale Antwort erhalten. Also stürzten wir uns am Donnerstag in Beschäftigung – Malte in die Arbeit, Joshua in die Schule inklusive Deutsch-Test und ich zu einem Kaffee-Treffen mit einem ehemaligen Schüler der Musicalschule. Wie zu alten Zeiten quatschen wir im Café May Nähe der Reeperbahn über das Leben, Schicksalsschläge und darüber wie viel schlauer wir in den vergangenen Jahren geworden sind.😁

Pünktlich um 17:00 Uhr sitzen wir zu Hause und lassen das Telefon nicht mehr aus den Augen… doch eine Stunde später versuchen wir uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass der erlösende Anruf vielleicht doch erst am kommenden Tag kommen könnte.  Ich gehe zum Trockenraum im Keller, hole die Wäsche und als ich drei Minuten später wieder in die Wohnung komme,  höre ich wie Josh telefoniert. Vorsichtig luscher ich um die Ecke – er lächelt und zeigt mit dem Daumen nach oben – er hat den Ausbildungsplatz zum Bankkaufmann erhalten! „Wow“, das ist großartig, doch die Entscheidung ob es für unseren Großen nun einen weiteren Schritt in die Erwachsenenwelt geht oder ob er in gewohnter Umgebung weiter am Abi arbeiten möchte, ist noch nicht ganz entschieden. Es bleibt also spannend! Mit Trainer Nils trainieren wir anschließend gemeinsam das angestaute Adrenalin wieder raus.

Die Woche ist aber noch nicht um und so hatte ich am Freitag einen Termin bei meinem zukünftigen Arbeitgeber. Kurz nach zehn Uhr morgens unterzeichnete ich meinen neuen Arbeitsvertrag. Es ist so toll, dass ein Arbeitgeber einem Krebspatienten in Remission die Möglichkeit gibt, wieder Teil der arbeitenden Gesellschaft zu sein. Erleichtert, bestärkt und mit einer riesigen Freude im Bauch schaue ich auf die kommenden Wochen. Zur Krönung steht in etwas mehr als einer Woche eine Reise mit der AIDAnova auf die Kanaren an – Mutti und Sohnemann genießen Sommer, Sonne und Meer, bevor es ab Mitte März in den neuen und ganz normalen „daslebenistschön“ Wahnsinn geht!