Zwanzigzwanzig, du Drama Queen

Zwanzigzwanzig scheint ein echtes Drama Queen-Jahr zu sein. Spielt sich von Anfang an auf, um die gesamte Aufmerksamkeit zu erhalten. Kaum war der Sylvesterrummel vorbei, ging es gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres mit der Notoperation unseres Pubertieres los. Dann zur Erholung kaum auf Madeira angekommen, wackelt am ersten Abend des Urlaubes die Erde wie noch nie zuvor. Eine glatte 5,2 auf der Richterskala und das für beinahe zwanzig Sekunden. Ein sehr unangenehmes Gefühl im siebten Stockwerk eines Hotels, unmittelbar an der Küste, wenn man die allgemeinen Verhaltensregeln beherzigen möchte:
  • Sich nach Möglichkeit ins Freie begeben. „Puh, langer Weg.“
  • Auf gar keinen Fall Fahrstuhl und Treppenhäuser benutzen. „Gibt es hier irgendwo ein Fallschirm?“
  • Sich auf einer freien und nicht bebauten Fläche aufhalten. „Ok, der Platz vor der Hotelanlage, mit dem angrenzenden Park scheint geeignet.“
  • Aber niemals in direkter Nähe des Meeres, auf Grund der Tsunami Gefahr. „Also, wir sind sowas von am Arsch!“
Wir haben uns dann für den stabilen Tisch entschieden, sollten die angekündigten Nachbeben so stark sein, dass wir Schutz benötigen.
Es blieb ruhig und wir haben uns gerade noch rechtzeitig auf den Heimweg gemacht, bevor die Grenzen geschlossen wurden. Corona oder das C-19 Virus legt von nun an alles lahm, leider auch den gesunden Menschenverstand. Hamsterkäufe wohin man schaut. Egal ob ältere und damit gefährdete Menschen, die weder die notwendige Rente noch die Kraft dafür aufbringen haltbare Lebensmittel und dutzende Toilettenpapier-Packungen nach Hause zu schleppen, dann vor leeren Regalen stehen. Absurd wird es, als gestern egoistische Ignoranten so tun, als wäre die behördliche Empfehlung, zu Hause zu bleiben als bezahlter Urlaub anzusehen und als Gipfel des Ganzen noch Corona-Partys veranstalten. Gleichzeitig sterben in Italien 793 Menschen an einem einzigen Tag.
Zwanzigzwanzig, du hast dir wohl ganz große Ziele gesetzt. Willst vermutlich selbst dem letzten Idioten mit toupetartiger Friese und bornierter Fresse klarmachen, dass jetzt Schluss ist mit dem ganzen Überfluss, ohne Rücksicht auf Verluste. Chapeau, dass nenn ich mal ne Ansage!
Ich für meinen Teil fühle mich an meine Zeit von vor zwei Jahren erinnert. Als der Krebs kam und meine kleine Welt stillzustehen schien. Denn seit ich wieder arbeite und in das Leben der Gesunden integriert bin, vermisse ich manchmal die Momente, an denen ich noch für alles, was ich tat, genügen Zeit hatte – vor allem zum Träumen. Ich erkenne, wie es vielen Menschen durch die aktuelle Lage sehr ähnlich geht, wie damals mir. Alles wird auf einen Schlag anders, als es vorher war und ich kann aus Erfahrung sagen, „nehmt das Schicksal an wie es ist, lebt einfach und macht das Beste draus. Genießt die Zeit mit euren Lieben so gut ihr halt könnt. Seit mitfühlend, hilfsbereit und vor allem vorsichtig.“
Du, Zwanzigzwanzig bist schon recht auffällig, nicht nur durch deinen Namen. Du bringst das Leben der Menschen ganz schön durcheinander und glaube mir, dich wird man so schnell nicht vergessen. Auch die Natur und die Tierwelt nicht. Denn die atmen erstmal tief durch und erholen sich ein wenig vom täglichen Geben.

Lasst es uns genauso tun. Bleibt zu Hause und bleibt gesund!

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