Einfach mal nachdenken

Warum halten wir es nicht mehr aus andere Meinungen und Ansichten, neben der Eigenen stehen zu lassen und diese zu respektieren? Warum ist jemand, der nicht der gleichen Auffassung ist, gleich der Feind? Unser „Miteinander“ braucht ein Relaunch.

Lieber regt man sich über alles auf, was auf den ersten Blick und in irgend einer Art und Weise nicht in den Kram passt. Sich die Gedanken des Anderen erst einmal anzuhören, um vielleicht auf neue Erkenntnisse zu kommen – Fehlanzeige.

Gleichzeitig regen wir uns lautstark darüber auf, dass hier zulande Frauen an TV Formaten wie, „Milf oder Missy“ mitmachen. Wir stecken Zeit und Energie rein, um solche Formate zu verpönen und anzuprangern. Auf den ersten Blick sicherlich ok, aber wenn parallel in Ländern wie Indien Frauen vergewaltigt und getötet werden, weil sie in den Augen vieler Männer nichts wert sind, sollten diese, unsere Luxusproblemchen einmal weniger im Vordergrund stehen.

Selbst wenn ein Unternehmen das veraltete Logo mit dem Bild eines dunkelhäutigen Menschen erneuern will, ist dies Grund für vielen Dauernörgler, Coronalästerer und Komfortzonenverteitiger, sarkastisch und motzend alles als kompletten Schwachsinn abzutun. Dies in einer Zeit, in der die Kluft zwischen weiß und schwarz immer größer zu werden scheint. Leider sind weder schwarz noch weiß Farben. Um Farbe bekennen zu können muss man also auch grautöne sehen, sprich zwischen den Zeilen lesen können.

Noch immer gibt es Männer, die das andere Geschlecht unterdrücken, hellhäutige Menschen die Afroamerikaner als weniger Wert ansehen und die streng Konservativen die gleichgeschlechtliche Liebe als unnatürlich betiteln.

Damit schaden diese Menschen vor allem sich selbst. Denn wenn wir uns einmal die Zeit nehmen,  dem Gegenüber zu zuhören, sollte klar werden, dass wir Menschen zusammen gehören und nur zusammen das sind, was diese Welt aus macht.

Dabei geht es geht vorrangig um die geistige Ebene.  Die allerdings setzt eines voraus: Augenhöhe. Egalität. Niemand stellt sich über den anderen.

24.02.2019 eine geile Woche!

Angefangen mit einem sehr sportlichen Montag, erfuhr ich am Tag darauf von meiner Onkologin, dass die Ergebnisse meiner Nachsorgeuntersuchung allesamt unverändert gut sind.  Der Stein meiner Erleichterung war vermutlich bis zu meinen Lieben in die Schweiz zu hören. Dann am Mittwoch drehte sich alles um das Assessment, zu welchem unser Pupertier im Rahmen eines umfangreichen Auswahlverfahrens für einen Ausbildungsplatz eingeladen wurde. Stolz wie Oskar fuhr ich Josh morgens hin, um ihn drei Stunden später erleichtert, glücklich und zufrieden mit seinen Leistungen in die Arme zu schließen. Er war mit Abstand der jüngste Teilnehmer und schon am nächsten Abend sollte er die finale Antwort erhalten. Also stürzten wir uns am Donnerstag in Beschäftigung – Malte in die Arbeit, Joshua in die Schule inklusive Deutsch-Test und ich zu einem Kaffee-Treffen mit einem ehemaligen Schüler der Musicalschule. Wie zu alten Zeiten quatschen wir im Café May Nähe der Reeperbahn über das Leben, Schicksalsschläge und darüber wie viel schlauer wir in den vergangenen Jahren geworden sind.😁

Pünktlich um 17:00 Uhr sitzen wir zu Hause und lassen das Telefon nicht mehr aus den Augen… doch eine Stunde später versuchen wir uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass der erlösende Anruf vielleicht doch erst am kommenden Tag kommen könnte.  Ich gehe zum Trockenraum im Keller, hole die Wäsche und als ich drei Minuten später wieder in die Wohnung komme,  höre ich wie Josh telefoniert. Vorsichtig luscher ich um die Ecke – er lächelt und zeigt mit dem Daumen nach oben – er hat den Ausbildungsplatz zum Bankkaufmann erhalten! „Wow“, das ist großartig, doch die Entscheidung ob es für unseren Großen nun einen weiteren Schritt in die Erwachsenenwelt geht oder ob er in gewohnter Umgebung weiter am Abi arbeiten möchte, ist noch nicht ganz entschieden. Es bleibt also spannend! Mit Trainer Nils trainieren wir anschließend gemeinsam das angestaute Adrenalin wieder raus.

Die Woche ist aber noch nicht um und so hatte ich am Freitag einen Termin bei meinem zukünftigen Arbeitgeber. Kurz nach zehn Uhr morgens unterzeichnete ich meinen neuen Arbeitsvertrag. Es ist so toll, dass ein Arbeitgeber einem Krebspatienten in Remission die Möglichkeit gibt, wieder Teil der arbeitenden Gesellschaft zu sein. Erleichtert, bestärkt und mit einer riesigen Freude im Bauch schaue ich auf die kommenden Wochen. Zur Krönung steht in etwas mehr als einer Woche eine Reise mit der AIDAnova auf die Kanaren an – Mutti und Sohnemann genießen Sommer, Sonne und Meer, bevor es ab Mitte März in den neuen und ganz normalen „daslebenistschön“ Wahnsinn geht!