Einfach mal nachdenken

Warum halten wir es nicht mehr aus andere Meinungen und Ansichten, neben der Eigenen stehen zu lassen und diese zu respektieren? Warum ist jemand, der nicht der gleichen Auffassung ist, gleich der Feind? Unser „Miteinander“ braucht ein Relaunch.

Lieber regt man sich über alles auf, was auf den ersten Blick und in irgend einer Art und Weise nicht in den Kram passt. Sich die Gedanken des Anderen erst einmal anzuhören, um vielleicht auf neue Erkenntnisse zu kommen – Fehlanzeige.

Gleichzeitig regen wir uns lautstark darüber auf, dass hier zulande Frauen an TV Formaten wie, „Milf oder Missy“ mitmachen. Wir stecken Zeit und Energie rein, um solche Formate zu verpönen und anzuprangern. Auf den ersten Blick sicherlich ok, aber wenn parallel in Ländern wie Indien Frauen vergewaltigt und getötet werden, weil sie in den Augen vieler Männer nichts wert sind, sollten diese, unsere Luxusproblemchen einmal weniger im Vordergrund stehen.

Selbst wenn ein Unternehmen das veraltete Logo mit dem Bild eines dunkelhäutigen Menschen erneuern will, ist dies Grund für vielen Dauernörgler, Coronalästerer und Komfortzonenverteitiger, sarkastisch und motzend alles als kompletten Schwachsinn abzutun. Dies in einer Zeit, in der die Kluft zwischen weiß und schwarz immer größer zu werden scheint. Leider sind weder schwarz noch weiß Farben. Um Farbe bekennen zu können muss man also auch grautöne sehen, sprich zwischen den Zeilen lesen können.

Noch immer gibt es Männer, die das andere Geschlecht unterdrücken, hellhäutige Menschen die Afroamerikaner als weniger Wert ansehen und die streng Konservativen die gleichgeschlechtliche Liebe als unnatürlich betiteln.

Damit schaden diese Menschen vor allem sich selbst. Denn wenn wir uns einmal die Zeit nehmen,  dem Gegenüber zu zuhören, sollte klar werden, dass wir Menschen zusammen gehören und nur zusammen das sind, was diese Welt aus macht.

Dabei geht es geht vorrangig um die geistige Ebene.  Die allerdings setzt eines voraus: Augenhöhe. Egalität. Niemand stellt sich über den anderen.

Das C-Ding

Die durch das C-Ding verursachten Verschiebungen von Vorsorge-, bzw. Untersuchungen zur Früherkennung, habe ich nun eine geballte Woche voll Arzttermine hinter mich gebracht. Das Highlight, auch wenn es merkwürdig rüber kommt , war der gestrige sechsstündige Zahnarztbesuch, als Abschluss meiner „nach Chemo Zahnbehandlungen“. Ich kann nun wieder kraftvoll zubeißen und unbeschwert lächeln – unbezahlbar, im wahrsten Sinne… 😉

Das Finale hingegen finden in der kommenden Woche statt. Denn es ist kaum zu glauben, doch das erste große Zwischenziel ist zum Greifen nah! Passend zur Veröffentlichung meines Hörbuches „Fantasiereisen – träumen, entspannen & glücklich sein“, habe ich morgen meine nächste Nachsorgeuntersuchung im Krankenhaus. Diesmal allerdings ist es nicht die übliche MRT & CT Routine. Ende Juni 2020 bin ich zwei Jahre krebsfrei und dass ist die erste Hürde für ein möglich zukünftiges Leben ohne Krebs. Ab hier sind die Chancen auf Heilung wieder ein gutes Stück größer und die Kontrolluntersuchungen würden nur noch alle halbe Jahre stattfinden. 

Wen wundert es, dass meine Hitzewallungen aktuell bei jeder Emotion alles geben… unter anderem sicherlich auch, weil in den vergangenen Wochen viel passiert ist. Nicht nur bei mir, für uns alle hat sich das Leben mal mehr, mal weniger verändert. 

Als Risikopatientin bin ich froh darüber, dass ich passend zum Lockdown in die Marketing Abteilung versetzt wurde und meinem Job ohne Einschränkungen mobil fortsetzten kann. Anfangs erlebte ich das “täglich grüßt das Murmeltier Syndrom“, denn durch die fehlende Abwechslung verschwammen die Wochentage und es fehlt auch immer noch der spontane Austausch mit Kolleginnen und Kollegen auf dem Flur oder in der Office Küche. 

Doch wir befinden uns nun langsam auf dem Weg  zurück in die Normalität, von der sich bestimmt auch viele wünschen, sie möge nicht mehr ganz die Alte werden. 

Ich wünsche mir natürlich gesund zu bleiben, auch den Weltfrieden und dass die Fantasiereisen ein Erfolg werden.😊 Über die vielen Glückwünsche und positiven Rückmeldungen habe ich mich riesig gefreut. Damit das langfristig so bleibt, braucht dieses kleine, feine Hörbuch viele gute Bewertungen. Wenn es euch gefällt schenkt mir bitte auf den Kanälen wie Audible, Spotify und Apple Music zwei, drei Sätze dazu. Ihr wisst wie wichtig gute Rezessionen für mögliche Interessenten sind. (Auch ich lese Bewertungen, bevor ich etwas kaufen möchte.)

Das regelmäßige Niederschreiben meiner Gefühle und Erlebnisse haben meine Seele in der akuten Chemozeit sehr entlastet. So fing ich intuitiv an, schreibend mein Leben Revue passieren zu lassen und merkte schnell, dass dies nicht nur half, „aus der Schockstarre heraus zu kommen“, sondern regelrecht Balsam für ihre Seele war. Schreiben ist seither eine Herzensangelegenheit und umso mehr schätze ich jeden Erfolg den ich damit erreiche. Dankeschön ihr Lieben und bleibt weiterhin gesund!

Geduld mit der Ungeduld

Angespannt, innerlich unruhig, gereizt und schnell genervt, an sich zweifelnd und manchmal lustlos in die Welt hinaus schauend – der Grund? Warten vor dem Lebensmittelgeschäft und an der Kasse, warten auf verzögerte Lieferungen, warten auf eine E-Mail und warten auf eine Projektentscheidung. Ich erwähnte es bereits in früheren Beiträgen, Geduld ist nicht gerade einer meiner Stärken! Bislang habe ich mich aber offensichtlich ganz gut um diese, bei mir nicht so ausgeprägte Tugend,  gemogelt. Doch seit Corona‘s Auftauchen in meinem Leben, führt sie mir diese Schwachstelle immer häufiger vor.

Einerseits dankbar für das Home Office, fühle ich mich anderseits in dem Film “Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray und Andie McDowell, mit gefangen. Beinahe jeder Tag gleicht dem anderen: aufstehen, Tee trinken, fertig machen, Gassi Runde, Rechner starten, arbeiten, Mittagessen, Gassi Runde, nochmal arbeiten, evtl. einkaufen, etwas Haushalt, Abendessen und so weiter und so fort. Niemals hätte ich gedacht, dass selbst der sonst nervige Arbeitsweg von beinahe zwei Stunden Autofahrt pro Tag eine Art Unterhaltung war. Es geschah nämlich Unabsehbares. Die zusätzlich fehlenden kleinen Abwechslungen, wie sich mit lieben Freunden zu verabreden, Kurse besuchen und ins Restaurant gehen, machen die Sache nicht gerade leichter.

Haben wir verlernt geduldig zu sein? Im Zeitalter von Google und Amazon ist das Meiste nur ein Mausklick weit entfernt. Jedes Lebensmittel steht zu jeder Jahreszeit vierundzwanzig-sieben zu Verfügung und ständig in Eile zu sein gehört zu einem gefragten Image. Mit Corona hat sich viel verändert. Natürlich ist mir klar, dass wenn etwas gut werden soll, wir geduldig sein müssen und langsam begreife ich, dass ich mich mit der Ungeduld auseinandersetzen muss…

„Herr, schenk mir Geduld – bitte sofort“, schießt es mir durch den Kopf. Toll, fängt ja gut an, aber alle Dinge sind eben schwierig bevor sie einfach werden. Also, wie lernen wir geduldig zu sein?

Das Erste was ich lerne ist: akzeptiere deine Ungeduld und ärgere dich nicht darüber. Nur so lernst du gelassener mit der Ungeduld umzugehen, denn niemand ist nur geduldig oder ungeduldig.

Als Zweites: wenn du spürst, dass der Druck wächst, überprüfe ob die aufsteigende Ungeduld auf die aktuelle Situation positiv einwirken, oder ob du diese ungewollte Lage überhaupt beeinflussen kannst. Bei der Erkenntnis, dass dem nicht so ist, finde dich damit ab, dass die Dinge nicht vollständig in deinen Händen liegen.

Drittens: mach was positives aus der gewonnene Zeit, zum Beispiel während dem warten. Achte mal auf deine Atmung und spüre beim ausatmen, wie dein Kiefer sich entspannt und das Gewicht deiner Schultern angenehm nach unten zieht.  Neben der Entspannung gibt es noch viele Möglichkeiten diese Zeit gut für sich zu nutzen. Gedächtnis- und Muskeltraining, Notizen für den nächsten Urlaub oder ein kleiner Spaziergang durch die Straßen, wenn es in einem Projekt mal nicht wie gewollt weiter geht. Konfuzius sagte, “ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.“

Dennoch glaube ich, heißt geduldig sein nicht ständig abzuwarten und zu hoffen, dass die Dinge sich von alleine klären. Auch wenn es wirklich sinnvoll ist geduldig und gelassen zu sein, sollte es nicht dazu führen freiwillig länger in einem unangenehmen Zustand zu verharren. Wir tun sicher gut damit das Leben zu nehmen wie es daher kommt, aber auch dafür zu sorgen, für sich das Beste daraus zu machen.😊