26.06.2018

Tage wie diese!
Fünfzehn Jahre ist es her, seit ich im Marienkrankenhaus in Hamburg unseren Jungen zur Welt gebracht habe. Ebenfalls ein Tag der alles veränderte und nichts wieder so war wie davor.
Dieses kleine, große Wunder welches mir damals geschenkt wurde, knuddelte ich heute früh zu seinem Geburtstag ganz fest und erreichte dabei mit meinem Kopf gerade mal an die Höhe seiner Brust!😃 Unendlich dankbar für diesen großartigen Jungen frage ich mich (wie vermutlich alle Eltern), wo ist nur die Zeit geblieben?!? Zwischen diesem kleinen, süßen Baby, dass mich mit seinen nächtlichen Aktivitäten auch mal kurzfristig in den Wahnsinn treiben konnte und dem Pupertier, welches das immer noch schafft, heute aber jede freie Minute im Bett verbringt und gerne mal bis mittags schläft.😄
Nun, also genau fünfzehn Jahre später, bin ich wieder im Krankenhaus, denn heute ist auch der erste Tag der letzten Chemotherapie… vielleicht wird mir wieder ein kleines, großes Wunder geschenkt und diese, letzte Chemotherapie tilgt den Krebs ganz und gar für alle Zeit! 🍀
Seit gut vier Monaten habe ich hier in der Tagesklinik meine regelmäßigen Verabredungen mit dem Krebs. Er hat mir anfangs viel Angst gemacht, doch ich hab mit ihm einen Deal geschlossen: Er hat mir gezeigt, dass ich viel mehr Rücksicht auf mich nehmen sollte. Das nahm ich mir zu Herzen und änderte einiges in meinem Leben. Dafür verschwindet er auf nimmer Wiedersehen!
Bei diesem Deal blieb einer etwas auf der Strecke – mein Körper, mein „Buddy“. Er hat viel ausgehalten, immer wieder verziehen und ich bin froh und tue mein Bestes ihm viel Gutes zu geben.
Ab Übermorgen gehe ich nur noch für einzelne Arzttermine in die Klinik.
Es ist kaum zu glauben, doch das stimmt mich beinahe ein wenig wehmütig.
Es mag für viele Gesunde komisch sein, sich unterschiedlichste und todkranke Menschen an Infusionen vorzustellen, die munter tolle Geschichten erzählen, lachen und voller Lebensmut stecken. Diese schönen, heiteren Gespräche, das Mitgefühl und den gegenseitigen, positiven Zuspruch werde ich vermutlich ein wenig vermissen. Wer weiß, vielleicht treffe ich die Schnuggis die Tage noch einmal, vielleicht bei der Bestrahlung, vielleicht aber auch gar nicht mehr…
doch ich weiß, dass wir heute feiern – wir feiern das Leben!

21.06.2018

Eine Erkältung hätte wohl nicht gereicht!

Nach vier Monaten stehe ich das erste mal wieder auf einer Wage. 53 kg, das sind ca. 8 kg weniger als ich vor der Diagnose gewogen habe. Eine etwas nettere Nebenwirkung, die auch ohne Übelkeit eingetreten ist. Mit einem Schnupfen hätte ich das wohl nicht erreicht😄. Natürlich ist das ein hoher Preis für die Bikinifigur, wobei der zusätzliche Boni, überall glatt wie ein Babypopo zu sein, noch dazu kommt!

Es gibt wirklich Vor-, aber auch Nachteile an dieser haarlosen Angelegenheit. Zum Einen ist der „bad hairday“ ein Thema von gestern, zum Anderen ist die Zeit die ich beim duschen spare enorm – abtrocknen und fertig! Allerdings kann so ein glattes Köpfchen in Kombination mit Hitzewallungen auch echt nervig sein. Tagsüber glänze ich dann wie ein angelutschter Lolly und nachts klebt das Kopfkissen an meiner Glatze fest. „Scheeeeiiiiißßßßeeeee“!

Nachdem ich die letzten Tage im üblichen Nach-Chemo-Tief mit dieser Hitze und einigen Schmerzkrämpfen überstanden habe, schauen wir gespannt auf Blutwerte und Mundschleimhaut. Die Regeneration wird langsamer und erst wenn sich mein Körper genügend erholt hat, kann es in die letzte Runde gehen… hatte ich erwähnt, dass Geduld nicht gerade eine meiner Stärken ist?!?

Apropos Geduld: Eine alte und zugleich neue Herausforderung kommt heute Abend auf mich zu – ELTERNABEND! Wir sind wirklich keine gleichgültigen Eltern und das Wohlergehen unseres Sprösslings liegt uns sehr am Herzen, doch was sich an solchen Abenden im Klassenzimmer für Szenen und Diskussionen zwischen Eltern und Lehrer/innen abspielen… Gefühlt sind ausschließlich Lehrer/innen anwesend, wovon selbstredend jeder der größere Pädagoge ist! Dazu kommt dieser elterliche Ehrgeiz, gemischt mit dem ständig alles in Frage stellen und als Highlight müssen manchmal noch die Elternvertreter sowie die Vertreter der Vertreter gewählt werden. Ehrlich, das könnte selbst den Dalai Lama zum Haar raufen bringen… aber der hat ja auch keine mehr!

Nebenbei laufen aber auch schon die ersten Vorbereitungen damit ich meine Schweizer-Familie in Zürich zu besuchen kann. Die Blutwerte müssen dort natürlich auch regelmäßig überprüft werden. Gemäß meiner Krankenversicherung handelt es sich dabei um eine geplante Ausland-Behandlung und muss somit beantragt werden. Neben des schriftlichen Antrages mit Begründung muss die genaue Anschrift des Arztes, ein Kostenvoranschlag sowie die fachliche Bezeichnung für die geplante Blutentnahme hinzugefügt werden. Ist halt kein Halbtagsjob, dieses B-Zell-Lymphom! 😉

Aber die Endlichkeit macht die Sehnsucht in mir aus, die Zeit gemeinsam mit den Menschen zu verbringen, die mir etwas bedeuten!

 

19.06.2018

Vier Monate, siebzehn Wochen oder hunderteinundzwanzig Tage

Hunderteinundzwanzig Tage, einmal auf links gedreht, bis fast nichts mehr geht, wieder aufgebaut und hoffnungsvoll vorangeschaut, weil du es bist, der mich trägt…

Immer schwächer, doch weiter und weiter, im Guten und Schlechten verzeihst du immer wieder, fängst von vorne an.

Hunderteinundzwanzig Tage, wir geben uns die Hand, das Leben neu zu entdeckten, ohne zu fragen welche Last wir auch immer tragen.

Ergreife die Gelegenheit, erfinde dich neu egal wie lange es dauert, ich bin bereit die Kraft zu teilen, die Welt zu umarmen mit Liebe und Geborgenheit.

Hunderteinundzwanzig Tage!

15.06.2018

Warum bin ich hier?
Die Erkenntnis darüber, dass wir Dinge tun sollten für die wir bestimmt sind, die uns interessieren, inspirieren und uns beschäftigen, ohne dass es sich nach „Arbeit “anfühlt, kann ein Leben verändern und in neue Wege leiten.
Schon als Kinder möchten wir ein selbstbestimmtes, freies Leben führen, Neues entdecken und so bald wie möglich auf eigenen Beinen stehen.
Ich spürte schon früh, dass es kaum etwas wichtigeres gibt als ehrlich zu sich selbst zu sein und erkannte, je mehr wir DEN Beschäftigungen in unserem Leben nachgehen, die uns wirklich etwas bedeuten, desto weniger Angst müssen wir davor haben, sie irgendwann nicht mehr machen können…
Doch wie findet man heraus wozu man bestimmt ist? So einfach ist das gar nicht. Weder wenn das Bauchgefühl nach dem ersten Schulabschluss signalisiert: „wenn du glücklich werden willst, tue das was du möchtest, wohin es dich auch immer bringen mag“ und die Eltern natürlich auf: „Kind lerne etwas Vernünftiges“ bestehen, noch wenn man sich Mitten im Leben befindet und aus welchen Gründen auch immer sich diese Frage stellen muss – „warum bin ich hier?“
Mit einundzwanzig hatte ich die Antwort für mich gefunden und war stark genug meiner „unvernünftigen“ Leidenschaft, dem Tanzen, zu folgen. Und auf diesem Weg zur Musicaltänzerin, erlangte ich eine neue Erkenntnis über das Leben: Ich bin in diesem, unserem Universum, auf diesem Planeten nicht wichtiger als ein einzelnes Sandkorn an einem unendlich großen Sandstrand – ich erkannte, dass es gut ist, sich selbst und das Leben nicht SO wichtig zu nehmen. Das gab mir ein befreiendes, entspanntes und irgendwie auch beruhigendes Gefühl.
Nun, mit bald achtundvierzig Jahren, stelle ich mir diese Frage wieder. Das Motto: „Höre auf dein Bauchgefühl! Denn wenn es in die Hose geht, verzeihst du dir das viel eher, als wenn du nur nach dem Kopf entscheidest“, behalte ich wohl bei. 😉
So ist Chemo-Zyklus Nr. 7 nun abgeschloßen und schleichend stellt sich eine Erwartung ein, die den Abschluss von etwas ankündigt. Die sagt, „wow, jetzt ist es bald geschafft, jeyh!“ Aber um mich herum es ist ganz schön still…
Klar, es geht noch weiter. Die abschliessende MRT-Untersuchung nach der Chemotherapie, die eventuelle Bestrahlung und/oder die anschließende medizinische Reha – und dann irgendwann, wenn alles wieder gut ist, kommt das „normale Leben“ zurück?
Nein, eben nicht! Dieses alte Leben wird nicht wieder kommen. Es ist ein Neues, nicht besseres, aber sicher auch kein schlechteres Leben, nur anders und glücklicher Weise weiß keiner von uns wie viel Zeit noch bleibt.
Darum ist es so wichtig, das Leben so zu genießen wie es gerade ist und nicht auf „bessere Zeiten“ zu warten. Ich freue ich mich also schon auf die letzte Runde mit rosa Elefanten, intravenöser Schorle und Aperol-Spritz und werde das entsprechend feiern!!

09.06.2018

Und noch eine Runde auf dem Lebenskarussell – Yoga im Volkspark, 2Cellos Konzert im Stadtpark und ein zufälliges Gruppentreffen!

Auch wenn es nun gegen Ende der Therapie etwas schwerer für mich wird, stand diese Woche einiges auf meiner „to-do“ Liste. Oft höre ich „aber du siehst so gut aus, gar nicht krank“ oder „Mensch, eingeschränkt bist du ja gar nicht, kannst noch vieles machen“. Ja, kann ich – weil ich es so möchte! Es gibt viele Situationen, in denen es mir schwer fällt Sport zu machen, mich zu verabreden oder Termine bei Behörden für die notwendigen Formalitäten rund um meine Erkrankung wahrzunehmen. Aber hey, wie sagt man so schön – das Leben ist kein Ponyhof, geritten wird aber trotzdem!
Kennt ihr die nebenan-App? Eine Nachbarschafts-App in der Dinge, Hilfe und/oder Kurse etc. gesucht, angeboten und Informationen ausgetauscht werden. Darin bot eine Trainerin Yoga im Volkspark auf Spendenbasis an. „Schöne Idee“ dachte ich und meldete mich bei dem Traumwetterchen gleich an. Fünf Frauen, von denen ich natürlich keine kannte, wollten teilnehmen. Am Treffpunkt angekommen war eine kleine Zurückhaltung und Verunsicherung bei der Begrüßung deutlich zu spüren. Aber das ist normal und je offener und neugieriger wir (ob krank oder kerngesund) auf fremde Menschen zugehen, desto leichter wird es. Dass das für mich Muskelkater bedeuten würde, da ich keine Yoga-Erfahrung hatte, war zu erwarten. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Eine tolle Mischung aus Kräftigung, Dehnung und Entspannung. Das alles an der frischen Luft, mit Vogelgezwitscher und ja, auch einigen Nebengeräuschen von Hunden oder spielenden Kindern, die mich aber überhaupt nicht störten. Die App, und sich einfach mal auf etwas Neues einzulassen, kann ich nur empfehlen!
Weiter auf meinem Wochenplan stand der etwas vor mir hergeschobene Besuch bei der Rentenversicherung. Der Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht lag so gut wie ausgefüllt bereit, sowie der Antrag für die Reha. Doch da ich telefonisch darüber informiert wurde, dass keine Beratungstermine vergeben werden, musste ich da wohl einfach zu den Öffnungszeiten vorbei, um die noch offenen Fragen zu klären. Bei der Anmeldung erklärte ich mein Anliegen und hörte darauf die Antwort „ja, aber heute nicht mehr. Dafür kriegen sie einen Termin – morgen ist etwas frei geworden.“ Überrascht, aber dennoch froh, dass der Termin für mich passte, nahm ich das gerne an.
Wider erwartend stand ich also fünf Minuten später unverrichteter Dinge wieder auf der Straße. Da sich die Rentenversicherung auf der Ecke St. Pauli, meiner früheren Arbeitsstelle, befindet, traf ich mich ganz spontan mit Anja, einer Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin, auf einen Kaffee. Hier war ich vor meiner Selbstständigkeit als Hundefriseurin fünfzehn Jahre lang täglich unterwegs. So fühlte sich das Treffen ein wenig wie eine kleine Reise in die Vergangenheit an. Anja und ich hatten uns seit meiner Erkrankung nicht mehr gesehen, also war es höchste Zeit und um so erfreulicher, dass es so spontan klappte. Wie der Zufall es wollte hatte sie auch noch eine Karte für das 2Cellos Konzert am nächsten Abend im Stadtpark übrig und lud mich dazu ein. Da Chemo 7 auf kommende Woche verschoben wurde und die Antikörpertherapie auf Übermorgen geplant war, sagte ich sehr gerne zu!
Vielleicht ein bisschen viel mit dem Yoga und den Behördengängen, aber ich möchte gerne weiter reiten! 😉
Es war so ein cooler, wundervoller Abend mit toller Musik, dem perfekten Wetter und einem stimmungsvollen Ambiente – hach, es war einfach schön! Danke Anja!
Ganz leicht verkatert (ja genau) stehe ich am nächsten morgen um 09:00 Uhr in der Tür der Anmeldung für die Tagesklinik und jetzt ratet mal wer da an der Theke steht – Herr Schnuggi!!! Die Überraschung ist groß und mit Freude begrüßen wir uns mit einer keinen Umarmung. Frau Schnuggi sitzt im Wartezimmer, es geht ihr leider nicht so gut. Als ich ins Wartezimmer komme, grüßend auf sie zugehe und mich neben sie setze, merke ich, dass sie nicht genau weiß, ob sie mich kennt. Sie lächelt aber und begrüßt mich ebenfalls freundlich. Als ich sie frage wie es ihr denn so ergangen ist, erkennt sie mich wohl langsam wieder. Als Herr Schnuggi dazu kommt, übernimmt er das Wort und erzählt schnell, dass sich bei seiner Frau leider ein neuer Krebs gebildet hat, so dass vor der geplante Bestrahlung nochmal eine Chemotherapie erfolgen muss. Dabei wirbelt er herum, holt Kaffee und fragt auch alle anderen Wartenden, ob er ihnen ein Tässchen einschenken darf. Er ist bemüht positiv zu sein und alles Notwendige für sein Schnuggi zu machen. Doch dabei merke ich, dass er mit der Situation auch ein wenig überfordert zu sein scheint, denn neben dem Krebsleiden seiner Frau, welches sie körperlich immer mehr schwächt, ist die leichte Demenz eine große Belastung für den guten Mann.
Als wir etwas später wieder einmal auf unseren roten Stühlen platz nehmen, plaudern wir weiter und auch Frau Schnuggi lacht und erzählt wie gerne sie tanzt, dass sie alles schaffen, aber auch, dass sie keine Lust mehr hat…
Plötzlich höre ich eine Stimme: „also hier hat man ja nie seine Ruhe“ und Mandy spaziert lächelnd herein. Noch ein schönes Wiedersehen! Wir alle lachen und freuen uns sehr über das zufällige „Gruppentreffen“ – Krankheit verbindet! Krankheit verändert aber auch und mein Krebs hat auch mich verändert.
Die Rosa-Elefanten-Infusion läuft längst, doch durch den ganzen Trubel ist an eine Nickerchen nicht zu denken. Die Zeit vergeht wie im Fluge und erst als sich das Gruppentreffen auflöst, schließe ich die Augen noch für ein Stündchen. Als die Antikörpertherapie geschafft ist, informiert mich die Krankenschwester noch darüber, dass meine Werte leider wieder eine Blutarmut aufzeigen und ich darum am kommenden Montag zusätzlich zum Chemo-Tag 7.1 noch eine Bluttransfusion erhalte. Müde von den Medikamenten stimme ich zu und lasse mich von einemTaxi nach Hause fahren. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht lege ich mich gleich wieder hin um nochmal eine Runde zu schlafen, bevor es weitergeht mit der nächsten Runde auf dem Lebenskarussell!

02.06.2018

Eiserne Schmetterlinge

Dank der unglaublich tollen Unterstützung und ganz vieler positiver Gedanken von so vielen meiner Freund/innen, ging ich gestärkt und nicht ganz so ängstlich in die ich Ultraschall-Untersuchung am vergangenen Donnerstag. Es hat mir wirklich geholfen und ich war gerührt von so viel Zuspruch – Danke Euch!!!😊
Die Lymphom-Biester haben sich tatsächlich zu kleinen Scheißerchen zurückgebildet, so dass sogar erstmal abgewartet werden kann, ob eine abschließende de Bestrahlung wirklich noch notwendig ist!!!🤩👍🍀☀🎈❣
Das ist wirklich ein kleiner Sieg. Denn bereits am Anfang sowie nach dem Ultraschall in der Therapie-Mitte,  ging die Ärztin davon aus, dass die Bestrahlung zur ganzheitlichen Beseitigung der Lymphome benötigt wird. Also war meine Erleichterung entsprechend groß!  Beinahe schwebend, strotzgesund und fast unbesiegbar fühlte ich, dass Chemo 7 & 8 jetzt kommen können, ich bin bereit – aber sowas von! 😁
Das soll natürlich gefeiert werden und wie der Zufall es wollte, war ich am Abend zum „Knack den Krebs“-Charity-Konzert in der Prinzenbar eingeladen! Mein Kreislauf und die noch sinkenden Blutwerte machten mir noch wenig zu schaffen, aber mit der guten Nachricht in der Hand, wollte ich da unbedingt hin.
Heiss, heisser – Prinzenbar! Ausverkauftes Haus und wirklich gefühlte 60 Grad bei dieser Ladies Night…
Wir waren rechtzeitig da und ergatterten uns zwei Barhocker. Schwitzend fächelten wir uns im Rhythmus der Musik mit dem Flyer Luft zu. Es war ein wunderbarer Abend, mit unfassbar tollen Künstler/innen, auch wenn ich nicht ganz bis zum Ende durchgehalten habe.
Und weil wir Schmetterlinge manchmal ein wenig hoch hinaus fliegen, befand ich mich am nächsten Tag im Sturzflug mit meinen Blutwerten. Es gab einen neuen Thrombozyten-Negativ-Rekord und weil es Freitag war, die Tagesklinik an den Wochenenden geschlossen ist, aber eine weitere Kontrolle notwendig ist, darf ich am nächsten Tag in die Notaufnahme gehen. Ok, kein Drama Baby, aber wenn die Werte weiter sinken besteht die Gefahr für Spontanblutungen.
Der Versuch mit meinem nettesten Lächeln und dem mitleidigsten Hundeblick die Mitarbeiterin bei der Notaufnahme zu einer Terminvergabe zu bewegen, scheiterte kläglich – erwähnte ich schonmal, dass es mehr Männer in der Branche arbeiten sollten! 😂
Dabei muss mal erwähnt werden, wie gut aufgehoben ich mich während der ganzen Zeit in der Asklepios Klinik in Altona fühle. Auf der Station, in der MVZ Tagesklinik und in der Notaufnahme begegnen mir ohne Ausnahme nette und kompetente Menschen!
Mit dem Tipp der Mitarbeiterin, am Samstag gleich früh morgens in die Klinik zu kommen und Joshua’s heutigem Basketball-Tunier, startet die Familie heute morgen also um 6:30 Uhr in das Wochenende.
Durch den Regen und den noch aufgewärmten Boden, spaziere ich mit Fido wie durch einen Regenwald. Es ist früh, keiner unterwegs und die Luft riecht intensiv nach Erde. Mit dem Zwitschern der Vögel gehen wir unter den tropfenden Bäumen durch den fast noch nebeligen Park. Es ist wundervoll friedlich und wie der Boden das Regenwasser, versuche ich diesen Moment aufzunehmen und wie ein kleiner Schatz in mir zu bewahren.
Das wird ein guter Tag und nach gut zwei Stunden in der Notaufnahme erhalte ich die gute Nachricht, dass die Thrombozyten wieder steigen.