31.08.2018

Wie ist eigentlich der Stand der Dinge oder

wie man zwei Stunden durchgehend am Telefon verbringen kann, während dessen maximal fünf Minuten mit drei durchaus freundlichen Menschen gesprochen wird, dabei insgesamt vier Telefonnummern erhält und am Ende trotzdem nicht schlauer ist als vorher – wie das geht? Das frage ich mich auch! Denn ich will doch nur wissen, wie weit die Bearbeitung meines Umstellungswunsches betreffend der Rehabilitationsklinik ist…

Den Antrag mit dem dazugehörigen Attest und den Untersuchungsberichten  habe ich vor zwei Wochen an den Kostenträger (Rentenversicherung) geschickt und bis heute keine Rückmeldung erhalten – selbstverständlich ist mir klar, dass das jetzt gar nichts besonderes ist. Aber nachdem ich ja nun schon knappe vier Wochen auf die Genehmigung des PET CT`s warten musste, versuchte ich einfach mein Glück und frage bei meiner Rentenversicherung telefonisch nach.

Erster Versuch: Hotline für den Standort Hamburg, in der Wartezeit von ca. 10 Minuten werde ich in der Warteschleife ununterbrochen um ein wenig Geduld gebeten, weil der nächste Mitarbeiter sich gleich Zeit für mich nimmt. Plötzlich ändert die Ansage auf: „Leider sind alle Mitarbeiter im Gespräch. Bitte versuchen sie es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal.“ Klick, raus bin ich! Das Ganze wiederhole ich dreimal, bis sich gut 30 Minuten später eine nette Frauenstimme meldet. Von ihr erfahre ich, dass ich mich bei den Kollegen der Arbeitsgemeinschaft gegen Krebs melden sollte und erhalte eine Rufnummer.

Zweiter Versuch: „The same procedure as before“.

Mit der dritten Telefonnummer und eine gefühlte Ewigkeit später erhoffe ich mir endlich eine Antwort auf meine Frage. Doch leider werde ich auch hier mit einer WEITEREN RUFNUMMER vertröstet! Allerdings mit der kleinen Zusatzinfo, dass mein Umstellungswunsch gerade gestern an die Kollegen in Bremen (dessen Telefonnummer ich jetzt habe) gefaxt wurde…

Es wäre beinahe zum Totlachen, wenn es nicht der unglaubliche, unfassbare, verwirrende und ganz normale bürokratische Wahnsinn wäre!

Psychisch befinde ich mich zur Zeit in einer mich ständig fragenden Phase, ob noch alles in Ordnung ist und nicht neue, kleine Krebsscheißerchen sich in mir breit machen. Es ist immer noch verunsichernd, dass erst im November 2018 wieder die Lampen angeschaltet werden, um mich zu durchleuchten. Mir ist klar, es wird so bleiben: die Fragezeichen werden weniger, aber sie werden bleiben. Mit ihnen allerdings auch das Bewusstsein, das Leben zu leben, zu genießen und zu lieben. Physisch kämpfe ich mit regelmäßigem Training weiter an der Front gegen diese fiesen Gelenkschmerzen und selbst wenn es eine entzündliche Gelenkerkrankung wie Rheuma oder Arthrose wäre ist es nicht so schlimm – daran kann man zumindest nicht sterben! ;-)))

29.08.2018

Tagträume

Es sind Augenblicke, Momente, manchmal nur Sekunden, in denen wir die Welt um uns herum ausknipsen können und wir plötzlich alleine mit unseren Gedanken in unserem Inneren zuhause sind – beinahe so, als könnten wir die Zeit anhalten… Nichts hat in diesen Momenten eine Priorität, alles bleibt einfach wie es gerade ist und du gehst mal eben „abtauchen“.

Jetzt gibt es keine to-dos, nichts ist bedeutsam und so grenzenlos  sehen wir uns vielleicht alleine barfuss an einem wunderschönen Strand gehen, ein warmer, leichter Wind streift über unsere Haut und die Brandung rauscht wie eine Wiege sanft hin und her. Oder wir hören den gleichmäßig, monotonen Klang von Kuhglocken und sehen uns auf einer Alm liebevoll eine Kuh hinter den Ohren kraulen. 😉 Vielleicht jubeln uns aber auch eine Menge von Menschen zu, weil wir mit unserer Idee die erfolgreichsten Unternehmer/innen des Jahres geworden sind.

Manchmal stellen wir uns auch vor, was uns wichtige Menschen, die unser Leben begleitet haben, aber heute leider nicht mehr bei sein können, sagen würden, wenn sie jetzt bei uns wären…

Tagträume: Sie geben ein wundervolles Gefühl von „bei sich sein“, weil wir für diesen Moment alles ausblenden, niemanden und nichts hören und wir einfach alleine mit unseren Gedanken sind. Noch schöner natürlich ist es, wenn wir etwas davon mit einem anderen Menschen teilen können. Doch die eine oder andere „Kleinigkeit“ behalten wir dennoch für uns und hüten es wie einen kleinen Schatz. Damit wir alleine ab und an nachschauen können, ob er noch da ist. 🙂

26.08.2018

Du bist, was du isst…
Die komplementär medizinische Ärztin begrüßt mich freundlich, schließt wegen des ohrenbetäubenden Lärms von der Baustelle draußen das Fenster im Behandlungszimmer und befragt mich über alles mögliche, um sich ein genaues Bild von mir zu machen. Auch wenn es einige Bemühungen gekostet hat einen Termin zu erhalten, bemerke ich gleich, dass es sich gelohnt hat. Die Ärztin ist interessiert, aufmerksam und die Atmosphäre sehr entspannt.
Dass ich morgens Haferflocken mit Leinsamenschrot und Obst esse, es maximal einmal wöchentlich Fleisch und einmal Fisch gibt oder dass ich viel mit frischem Bio Obst und Gemüse koche, lobt die Ärztin sehr. Sie erklärt mir auch, dass wir Nahrungsergänzungsmittel selbst nach einer Chemotherapie nicht wirklich brauchen, solange wir uns gesund und ausgewogenen ernähren.
Diesem Thema widme ich mich natürlich seit meiner Erkrankung wesentlich mehr und freue ich mich über ihr Lob, vor allem weil mir das „täglich frisch und vorwiegend vegetarisch gekochte Leben“ anfangs gar nicht leicht gefallen ist.
Dabei zusätzlich noch verschiedene Wünsche erfüllen zu wollen und sich meiner wohl kindlich geprägten Anforderung „Frauen müssen kochen können“  gerecht zu werden, fällt mir auch heute manchmal noch schwer.
Gerade gestern stand ich geschlagene eineinhalb Stunden in der Küche um einen gefüllten Kürbis zu kreieren. Anschließend musste ich mir allerdings mit müden Füßen eingestehen, dass das Ergebnis selbst ohne eingeschnitztes Gesicht wie ein aufgeschnittener Zombie-Schädel aussieht… immerhin bin ich jetzt schon auf Helloween vorbereitet! 🙂
Es ist einfach so: Wenn bei mir mehr als zwei Herdplatten glühen, fängt auch mein Kopf an zu glühen. Geschweige, wenn ich beobachten muss, welche Optik die Küche dabei annimmt… für viele nicht nachvollziehbar, dafür geschätzt von den Vierbeinern, die zwischendurch den Küchenboden sauber schlecken! 😉
Also gestehe ich hier und heute: Mir fällt das Kochen so gar nicht leicht. Ob der Grund dafür bei den unterschiedlichen Ernährungswünschen oder meiner früh geprägten Erwartungshaltung liegt, weiß ich nicht. Doch ich liebe Herausforderungen und Übung macht ja bekanntlich den/die  Meister/in!
Was jedoch auch mit gesundem Essen nicht verbessert werden kann, ist mein Vitamin D Wert, der trotz unseres mega Sommers noch in einem Tief liegt. Da das Vitamin ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems ist und durch die Sonnenstrahlung auf unseren Körper produziert wird, habe ich wohl in Rücksicht auf die Medikamente,  ein wenig zu oft darauf verzichtet. Wusstet ihr, dass bereits ein Sonnenschutzfaktor 8 die Aufnahme von UV-Strahlen blockiert und damit kein Vitamin D im Körper hergestellt werden kann? Wir  müssten uns täglich ca. zwanzig Minuten ohne Sonnenschutz draußen aufhalten, damit wir einen Effekt auf unseren Vitamin D Haushalt erhalten.
Also lasst uns den „Schönweibersommer“ nochmal richtig genießen!
Weiter geht die Ärztin ebenfalls davon aus, dass wohl mein „chemischer Tritt“ in die Wechseljahre mir durch diese ständigen Gelenkschmerzen die Lust auf Bewegung etwas schwer macht. „Sie machen das alles so hervorragend und das Gute ist, es geht wieder vorbei, Frau Polli-Holstein.“
„Ja schön“, denke ich etwas gequält, doch leider gibt es keine zeitliche Angabe darüber, wann diese vermutlichen Wechseljahr-Beschwerden ungefähr vorbei sein könnten. Ich entscheide mich für ein pflanzliches Medikament, welches nach sechs bis acht Wochen meine Beschwerden vermindern sollte. Eine Garantie gibt es dabei natürlich nicht, aber ich kneife weiter meine Backen zusammen und trainiere zwei bis dreimal die Woche!
PS: Die Haare wachsen wieder – überall ;-)))

20.08.2018

Schönweibersommer!
Die hellen Abende, bei denen wir uns so gerne bis zum ins Bett gehen draußen aufhalten, werden langsam weniger. Spürbar wechseln wir von der Hitze dieses Jahrhundertsommers zu einem bis jetzt fabelhaften Schönweibersommer. 😉 Selbst der eine oder andere gemütliche Regentag ist dazu gekommen und tüncht gerade morgens und abends das Licht in einen wohlig warmen gelb-orange Ton. Herrlich! Es sind diese kleinen Momente, die uns ein wenig wehmütig machen und uns dennoch auf die kuscheligen Stunden auf dem Sofa freuen lassen. Ich finde diese Augenblicke einfach schön!
Zur Überraschung der Männerwelt, wird  bei uns Frauen damit so langsam der Nesttrieb geweckt – wir möchten unsere „Höhle“ wieder kuschelig und gemütlich einrichten und überlegen uns dabei die verschiedenen Optimierungsmöglichkeiten. Dagegen setzt derweilen der Partner ganz andere Prioritäten, zum Beispiel die letzten Grill-Abende richtig zu genießen – wer weiß wie lang der Winter dauern wird… 😉
Auch wenn ich gar keine Freundin von Konsumüberfluss bin, überkommt mich in dieser Zeit dieser Drang und somit habe ich am Sonntag Vormittag ein Möbelchen und zwei, drei wunderhübsche Wohn-Accessoires gefunden, die mein Herz höher schlagen ließen.😁 Doch wohin mit den alten Sachen?!? Vor allem wenn der Keller schon voll ist…
Die Meisten möchten für noch gute Stücke den einen oder anderen Euro erwirtschaften – ich genauso! Aber mein Aufwand (das Einstellen, Infos und Preisverhandlungen mit Interessent/innen und das Versenden) muss sich in Grenzen halten. Von eBay Auktionen habe ich schon etwas lange Abstand genommen, das Ganze war mir persönlich viel zu zeiteinnehmend.
Sollte sich dabei kein/e Abnehmer/in für das gut Erhaltene finden, gehen die Sachen rasch bei eBay unter zu verschenken/tauschen (www.ebay-kleinanzeigen.de), über das Facebook NETT-Werk (zum Beispiel gegen eine Nettigkeit) oder über eine Sachspende bei der Diakonie ihren Weg zu einem neuen und hoffentlich glücklichen Besitzer.

16.08.2018

Tanzen und die Welt umarmen!
Morgens fällt mir das aller erste Mal mein Handy ins Klo UND überlebt ohne Blessuren. Anschließend erhalte ich nachmittags die erlösende Nachricht, dass keine Bestrahlung mehr notwendig ist, weil die kleinen Lymphom-Scheißerchen durch die Chemo gänzlich ausradiert wurden und zusätzlich ist der Artikel auch noch in der Zeitschrift „bella“ erschienen –
wie großartig ist das denn alles bitte!?!
Darum an dieser Stelle nochmal ein riesengroßes Dankeschön, dass ihr mit mir diese Reise geht und die vielen, lieben Glückwünsche – ihr seid toll!
Der Befund hat ergeben, dass es an verschiednen Stellen noch Lymphknötchen gibt, wo sie nicht unbedingt hingehören, allerdings alles ohne Auffälligkeit. Die Gelenkschmerzen sind auf den ersten Blick kein Rheuma, doch erst einmal nur nach dem ersten, „groben“ Befund. Dadurch, dass ich durch die Chemotherapie in die Wechseljahre hineingeschmissen wurde, liegt die Vermutung nahe, dass die Schmerzen durch den etwas chaotischen Hormonhaushalt ausgelöst werden. Wir warten ab und sollte es in zwei bis drei Monaten nicht besser sein, muss mal der Rheumathologe für eine genauere Untersuchung oder die Gynäkologin besucht werden, damit die Hormone wieder etwas ausgeglichen werden können. Damit würden dann ja vielleicht auch die Hitzewallungen etwas weniger werden – aber wen stören  jetzt schon ein paar Hitzewallungen!!! 🙂
Jetzt arbeite ich weiter an meinem Plan einen früheren Rehaplatz zu erhalten. Doch da es sich dabei wieder einmal um eine Einzelfall-Entscheidung des Kostenträgers handelt, wisst ihr ja was kommt – wir müssen wieder abwarten… und darum macht euch ein schönes Wochenende und tut Dinge, die ihr liebt mit den Menschen, die ihr liebt!

15.08.2018

„Alles leer hier, sind die jetzt alle gesund oder schon tod?“ 😂

Das fragte gestern ein weißhaariger Mann in den beinahe leeren Infusionslösung-Raum der Tagesklinik hinein. Ich saß für eine Blutuntersuchung wegen meinen anhaltenden Gelenkschmerzen als einzige da und musste darauf hin einfach laut los lachen!!! Ich finde fiesen Humor (auch Sarkasmus genannt) einfach großartig!!!
Das hilft mir auch dabei täglich guter Dinge zu sein, wenn man Wochen auf die Klarheit bringende Untersuchung und dann noch eine weitere Woche bis zum Besprechungstermin der Ergebnisse warten muss.
Oft denke ich in den vergangenen Tagen auch an die Worte meiner Ärztin, die sagte: „Frau Polli-Holstein, ich glaube nicht dass wir von einer Bestrahlung ausgehen müssen.“ Doch je näher der Termin rückt, desto unsicherer werde ich. Einer meiner ersten Gedanken heute: „Nur noch einmal schlafen“. 😉
Als Beschäftigungstherapie telefonierte ich den ganzen Vormittag mit unterschiedlichen Reha-Kliniken, um herauszufinden, welche mich vielleicht noch vor Ende Septembers 2018 aufnehmen könnte. Denn sollte der Befund morgen positiv (für mich) ausfallen, möchte ich ungerne so lange auf den frühesten möglichen Platz in meiner Wunschklinik warten. Doch erst gegen Mittag habe ich eine Klinik in Kassel gefunden, die mich bereits nächste Woche aufnehmen könnten. Leider ist es keine Vertragsklinik was bedeutet, dass nur mit einem Antrag und einem entsprechendem Attest der Kostenträger (Rentenversicherung) in Einzelfällen über eine eventuelle Bewilligung entscheidet. Nun gut, was soll ich sagen?!?

Kurz darauf klingelt mein Telefon: „MVZ Tagesklinik in Altona. Hallo Frau Polli-Holstein, ich soll mit Ihnen für nächste Woche einen CT Termin vereinbaren.“ Hä!?! „Warum? Ich hab doch morgen die Besprechung der PET CT Ergebnisse?“ Die Arzthelferin ist etwas überrascht und meint: „ach so, ich hab das auf meiner to-do Liste und kann Frau Doktor gerade nicht fragen. Sie ist zur Zeit in der Tumor-Konferenz, aber dann können wir auch morgen den Termin machen, nächste Woche ist beim CT noch alles frei.“

Nicht, dass ich vor dem Telefonat schon eine etwas unruhige Nacht erwartet habe, jetzt bin ich total verunsichert, kann nichts machen und muss einfach bis morgen vormittag warten! 🙁
Mir ist klar, dass das Onko-Team solche Situationen für die Patient/innen natürlich möglichst vermeidet, aber dennoch kommt so etwas auch mal vor. Das nächste Mal jedoch bitte nicht mehr bei mir! Denn auch, wenn es den Anschein macht, dass ich ein dickes Fell habe, bin ich darunter sehr sensibel. DANKE!

13.08.2018

Das Lebensdingens

Das erste Mal die Augenbrauen zu zupfen fühlt sich ein wenig wie ein Schwerverbrechen an! Da spriessen sie endlich, die kleinen Härchen, aber im Gesicht herrscht schließlich immer noch Zucht und Ordnung! Vor allem, weil die Brauen sehr dunkel nachwachsen, auf dem Kopf jedoch zur Zeit maximal heller, ganz feiner Flaum zu sehen ist, erinnert mich diese Tatsache irgendwie an Theo Waigel…  🙂 zusätzlich erinnern mich leider seit bald drei Wochen blöde Gelenkschmerzen noch an ein Alter ab 70 aufwärts. Kaum sitze oder liege ich fünf Minuten, quälen mich schmerzende Gelenke sobald ich wieder aufstehe und mich bewege. Alter, damit erhält der Ausdruck „wenn es mal nicht rund läuft“ bei mir eine neue Dynamik. Wenn ich nach einer weiteren Minute wieder „angelaufen“ bin, geht’s. Dennoch reduziere ich das Training aktuell auf maximal zweimal die Woche und versuche vor dem entscheidendem Gespräch, diesen Donnerstag, noch einen Termin für eine Blutuntersuchung zu erhalten.

Die Hoffnung, dass ich ohne weitere Zweifel um eine Bestrahlung herum komme, ist groß. Trotzdem krabbeln immer wieder kleine Zweifel und die Angst vor der Enttäuschung hoch – nur noch drei mal schlafen, dann haben wir Gewissheit!
Auch wenn es jetzt noch etwas früh ist, habe ich mich auf eine Anzeige eines Tierschutzvereins gemeldet, die eine Verstärkung für ihr Team suchen. Bei der Verwaltung für die Vermittlung von Hunden und Katzen würde ich wirklich sehr gerne helfen. Das ist eine Herzensangelegenheit, doch ist ein Einstig in eine neue Tätigkeit erst nach der dreiwöchigen, medizinischen Reha  sinnvoll und auch dieser Termin steht ja noch aus. Trotzdem motiviert der Gedanke mich in der Arbeitswelt schon einmal ein wenig umzusehen. Spannend ist vor allem, dass ich heute die Gelassenheit besitze nicht mehr nach einer „Erfüllung“ im Job suchen zu müssen. Wenn mich das Arbeitsthema interessiert, ich die Aufgaben zeitlich mit meiner Familie und den Haustieren vereinbaren kann, freue ich mich einfach darüber mal wieder ein par Kröten zu verdienen und Neues kennen zu lernen. 😉

Apropos Neues: Mein Liebster hat mich ausgeführt – das erste mal dieses Jahr war ich SHOPPEN! Das mag für einige unvorstellbar klingen, aber ich war auch vor meinem Krebschen so gar nicht die Shoppingqueen. Aber ich habe es so genoßen mit meinem Göttergatten mir was Schönes für drunter und drüber zu gönnen, dass ich auch jetzt, während dem ich schreibe, grinse wie ein Honigkuchenpferd!

10.08.2018

Radioaktives Leuchtmittel in mir

Morgens ohne Kaffee auf die Gassi-Runde, um dann anschließend nach Harburg zu Untersuchung zu fahren, kostet mich viele positive Gedanken. Die innerliche Unruhe packt mich und ich frage mich, warum die Untersuchung für 2,5 Stunden angesetzt wurde??? Die Notizen meines Kalendereintrages erinnern mich an: Kostenübernahme, Bilder MRT und CT sowie Blutwerte (Schilddrüse TSH & Kratinin/Nieren) aus Tagesklinik Altona mitbringen. Fahrtüchtig, ab Mittwoch, 8.8.18, 22:00 Uhr nüchtern, Wasser ok, Parkplätze vorhanden…

Mit genügend eingeplanter Zeit für eine eventuelle Parkplatzsuche kommt zumindest dabei keine Hektik auf und ich betrete pünktlich die Praxis für Nuklearmedizin in Harburg. Zur freundlichen Begrüßung gibt es gleich noch einem Frage- und Informationsbogen über mindestens fünf Seiten. Dabei soll ich wieder einmal mein Einverständnis für das Spritzen von jodhaltigen Kontrastmittel geben. Ich zögere und dann geht es auch schon zum Vorgespräch mit der Ärztin. Tatsächlich wird auch bei diesem CT neben der minimal dosierten, radioaktiven Lösung auch das jodhaltige Kontrastmittel injiziert. Damit hab ich wieder einen Antiallergikum-Cocktail gewonnen und bin darum hinterher doch nicht fahrtüchtig… spontan gehe ich die neue Situation durch: Mein Auto steht nicht auf dem Klinikgelände, also keine zeitliche Einschränkung oder anfallende Parkgebühren, Malte ist in einem Meeting und kann schlecht weg, aber Fido alleine zu Hause. Also gibt es folgende Optionen: Taxi bestellen und den Wagen stehen lassen, meine Schwiegereltern fragen ob sie mich bzw. den Wagen spontan abholen und zu uns nach Hause fahren oder ich vertrage das Zeug mittlerweile besser, weil ich schon wieder etwas fitter bin und ich fahre trotzdem selber.
Oh man, ich dachte wirklich ich bin gut auf den Termin vorbereitet.. und zweitens kommt es anders als man erstens denkt!

Nachdem mir wieder einmal eine Kanüle gelegt wird, darf ich es mir mit einer Decke und einem halben Liter Wasser für eine Stunde im Ruheraum bequem machen. Erst wird mir die radioaktive Lösung, dann das Antiallergikum gespritzt und pünktlich nach der verordneten „Einwirkzeit“ geht es die Stunde später auch schon los. Als ich den CT-Raum betrete sofortiger GÄNSEHAUTALARM – warum ist es in den Räumen immer so arschkalt? Glücklicher Weise erhalte ich eine Decke! Das Prozedere ist mir bekannt, nur diesmal dauert es wesentlich länger. Knapp 30 Minuten erhalte ich Atmungsanweisungen, darf mich absolut nicht bewegen und werde dabei in der Röhre hin und her gefahren. Durch die Kühlschrankatmosphäre empfinde ich die einfließende Wärme durch das Kontrastmittel ganz angenehm. Vom Hals herunter in die Blase, weiter zu den Füße und bis in die Fingerspitzen verteilt sich das Zeug in meinem Körper innert Sekunden. Etwas schläfrig durch das Medikament vergeht die Zeit aber wie im Flug – stillhalten und entspannen, alles halb so wild!😎
Im Warteraum trinke ich hinterher einen weiteren halben Liter Wasser bist die Ärztin mir die Kanüle entfernt und kurz erzählt, dass ihr auf den ersten Blick bei der Kontrolle der Bilder nichts entgegen geleuchtet hat. Doch die genauen Ergebnisse erfahre ich nächste Woche Donnerstag in der Tagesklinik bei meiner behandelnden Ärztin. Dafür erhalte ich wieder die aktuellen Bildaufnahmen auf CD, die ich diese Tage bei der Tagesklinik vorbeibringen sollte. Es ist doch überraschend, dass die beiden Asklepios Kliniken, Hamburg und Harburg mit ihren Unterfirmen, wie die onkologische Tagesklinik Altona und die nuklearmedizinische Praxis Harburg, keine digitale Austausch-Möglichkeiten für solche Patientendaten haben?!?

Nach einem Käse-Sandwich entscheide ich mich selber nach Hause zu fahren. Mit Sicherheit nicht die vernünftigste Entscheidung! Darum habt bei Untersuchungen, die ihr noch nicht kennt, immer einen Plan B in der Tasche! 😉

08.08.2018

Das Problem mit dem nett sein…

oder was der Spruch, „der Klügere gibt nach“ noch bedeutet? Dass die Doofen ständig gewinnen! Kennt ihr das? Wenn ihr aus einer Situation rausgeht und denkt, „scheiße, das lief so gar nicht wie ich es wollte!?!“ Erst danach fallen dir die Dinge ein, die du gerne gesagt oder getan hättest, aber jetzt ist es zu spät.

Die Information, dass das notwenige PET-CT keine kassenärztliche Leistung ist und darum ein genehmigtes Gutachten der Krankenversicherung benötigt wird, habe ich erstmal wie eine bittere Pille hingenommen. Dabei versuche ich aus der Wartezeit einfach das Beste zu machen, bis ich durch meinen Schwiegervater auf die Website einer anderen Nuklearmedizinischen Praxis aufmerksam gemacht werde, die erklärt, dass diese Untersuchung bei bestimmten Lungenkrebserkrankungen und bei entsprechender Indikation eines Lymphoms von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird!  Genau solche Dinge sind großartig und Gold wert! Liebe Menschen, die für dich Informationen sammeln und dir die „gefilterten“, für dich wirklich hilfreichen, Infos zukommen lassen.

Gleich darauf telefoniere ich mit der Krankenkasse, der Nuklearmedizinischen Praxis und machte einen Termin bei meiner Ärztin in der Tagesklinik. Auch wenn mein „Krankheitsstatus“ nicht für eine ärztliche Kassenleistung des PET CT’s ausreicht, bin ich um einige Erkentnisse reicher. Denn im Gespräch mit meiner behandelnden Ärztin, konnte ich auch meine Bedenken zur langen Wartezeit und Fragen zu den Nachkontrollen erstmal loswerden.

Vielleicht hat auch das freundlich, aber bestimmte Nachfragen bei der Krankenkasse dazu beigetragen, dass ich morgen früh schon zu diesem PET CT gehen kann. Nett zu Mitmenschen zu sein, ist ja grundsätzlich nichts schlechtes, allerdings sollten dabei die eigenen Bedürfnisse nicht ständig hinten angestellt werden. Also lasst es uns doch heute am Welt-Katzen-Tag wie die Samtpfoten machen: Süß und kuschelig sich nehmen was man braucht, ansonsten fauchen und zur Not auch mal die Krallen ausfahren. 🙂

05.08.2018

Tage wie diese!

So ein Geburtstag ist schon was Feines. Jährlich feiern wir den Tag der Geburt und damit das Leben – das mache ich heute auch!!! Traditionell wurde ich auch dieses Mal gefragt was ich mir denn wünsche. Diese Frage beinhaltet in den meisten Fällen die Frage nach etwas Materiellen. Immer gut gemeint, doch was ich mir von Herzen wünsche, kann mir leider niemand schenken. ABER ihr könnt es mir wünschen! Natürlich ist das Gesundheit, des Menschen wertvollstes Gut und Zeit mit meinen Lieben!😊

Wenn sie einmal weg ist, die Gesundheit, dann ist es oft nicht leicht sie wieder zu erhalten und manchmal braucht es zusätzlich eine gute Portion Glück.
Glücklich sein dagegen ist die Kunst auch die kleinen Momente des Lebens zu genießen und nicht nach dem zu streben, was irgendwann noch sein könnte.

PS: Meine Krankenversicherung hat mir ebenfalls ein Geschenk gemacht! Gestern kam der Bescheid, dass die Kosten für das PET CT übernommen werden! 🙂