Böse Ladys und gute Jungs?

Kürzlich im Gespräch mit meiner Freundin und meinem bald siebzehn jährigen Sohn erfahre ich, dass die jungen Frauen dieser Generation (wie wohl bei allen Generationen davor), sich viel eher auf die “bösen Jungs“ einlassen, als sich für die Guten zu interessieren. Die Benennung dieser Jungs macht den Unterschied deutlich: die Unkorrekten nennt man fuck boys –  und die Netten gar nicht.
Warum suchen sich Mädchen gerne die „bösen Jungs“ aus?
Nicht weil sie verarscht werden wollen – wer will das schon. Nein, weil sie es als ihre persönliche Challenge sehen und hoffen den meist beliebten, bad Boy mit ihrer umwerfenden Art so zu betören, dass er niemals wieder eine Andere gut finden könnte. Auch nicht nur ansatzweise!
Also verwendet sie mindestens zwei Stunden täglich auf ihre Schönheit. Das Makup immer perfekt und nach Möglichkeit niemals ungeschminkt – zeitaufwendig aber hey, es ist schließlich ein Investment. Sie beeindruckt und gefällt mit ihrer Coolness und tun so, als ob ihr der nicht erfolgte Anruf egal sei, den sie doch so sehnlichst erwartete.
Mit ihrer Sexyness bekehrt sie ihn dann ganz. Sie zeigt sich auch bei Minustemperaturen in luftige Kleidchen und trägt einen Hauch von Nichts, der zwischen den Po Backen kneift, damit er sich in sie verliebt- so der Plan.
Wo wir gerade dabei sind: Wann wurde es eigentlich konventionell, dass Frau unten rum komplett blank zu trägt? Vor dreißig Jahren trug Frau eine gestutzte und hübsch in Form gebrachte Krause.
Nur wenige wie ich rasierten, geschweige epilierten alles weg. Als Tänzerin mit stundenlangem Training, dem ständigen Kostümwechsel und manch knappen Kostümteilchen war es praktisch und hygienischer. Aber vermutlich wird genau das auch der Grund dafür sein, dass ich in der Umkleide des Fitness Studios beinahe nur nackte Mädchen Vulvas sehe.
Das war ein echter Vorteil 2018, währen meinem Chemo Sommer. Beine glatt wie ein Baby Popo und eine absolut Pickel freie Bikinizone. 😄
Aber zurück zum Thema. Das Fatale an der “ich betöre den Kerl zu einem guten Typen“ Idee ist – ihr ahnt es schon – dass auch die Frau von heute sich irgendwann natürlich mit ehrlichem Gefühl zeigen möchte, sich dem Wetter entsprechen und bequem kleiden und vielleicht einfach mal keine Zeit oder keinen Bock auf die schmerzhafte Haarentfernung hat.
Also liebe Ladys, try it, habt Spaß aber verschwendet nicht zu viel Zeit darauf eine Andere sein zu wollen. Und an die guten Männer da draußen: Zeigt euch, traut euch und denkt daran, dass auch Frauen ohne riesige Möpse, ohne Size zero und ohne dicke Lippen sind ganz toll.

2 Antworten auf „Böse Ladys und gute Jungs?“

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