#beziehungen

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Akzeptanz, Respekt und tiefes Vertrauen

Vom Einräumen des Geschirrspülers, über notwendige Geschäftsreisen bis hin zu Erziehungsgrundsätzen - als Paar an einem Strang zu ziehen ist toll, aber nicht immer zu realisieren, wenn man sich bei bestimmten Themen treu bleiben möchte...

Die persönlichen Bedürfnisse und Einstellungen für die des Anderen zurückzustellen - aber muss immer diese Rücksichtnahme? Wie wichtig es ist, auch in partnerschaftlichen Entscheidungen unterschiedliche Meinungen stehen zu lassen und zu akzeptieren, ohne dass daraus eine Grundsatzdiskussion entsteht, ist eine wichtige Erkenntnis. Dabei spielt Ehrlichkeit natürlich eine große Rolle und gerade das kann in schwierigen Situationen die größte Hürde sein, wenn der Partner dabei vielleicht deine Liebe in Frage stellt, weil du seine Meinung gerade nicht teilen kannst. Andersrum kannst du genau so wirkliche Liebe, Respekt und Akzeptanz empfangen und geben.

Vielleicht müssen wir auch wieder lernen, unseren persönlichen Wünschen und Träumen, genauso wie den partnerschaftlichen Zielen, wieder mehr Beachtung zu schenken, damit wir diese nicht aus den Augen verlieren. Denn ich glaube, niemand kann wirklich glücklich sein, wenn wir uns in einer Beziehung verlieren oder vergessen.

Warum es oft schwer ist, das zu erkennen bzw. zu leben? Weil für uns Leistung gleich Haben bedeutet. Ich habe immer gearbeitet, selbst drei Monate nach der Geburt von Joshua war ich wieder im Büro und arbeitete hart an meiner Karriere - heute rate ich jeder werdenden Mutter davon ab! Doch damals wusste ich es nicht besser und es war ja auch sowas von "old school" als Mutter zu Hause zu bleiben. (Zu diesem Thema schreibe ich unter #Superweib bald einen eigenen Beitrag.) Nun bin ich heute also das aller erste Mal in meinem Leben finanziell komplett abhängig von meinem Mann! Wir sind uns absolut bewusst, dass wir in diesem Punkt in der glücklichen Situation sind, mit ein paar Einschränkungen von diesem, einen Gehalt gut leben zu können. Dennoch ist das eine ganz neue Erfahrung und eine weitere Herausforderung für unsere Ehe. Anfangs fühlte es sich für mich beinahe demütigend an zu fragen: "Schatz kannst du mir bitte noch Geld überweisen." oder "Hast du noch Bargeld? Ich hab grad gar nichts mehr." Unabhängigkeit und Freiheit bedeuteten mir immer sehr viel. Vielleicht ist es auch meine Frauengeneration, die sich diese Unabhängigkeit hart erarbeitet hat und sie darum eine so große Bedeutung besitzt. Sich nun in dieser hilflosen Abhängigkeit wieder zu finden ist nicht einfach. "Das ist doch selbstverständlich. Mach dir jetzt darüber keine Gedanken, es gibt doch wichtigeres. Du musst doch erstmal gesund werden." Sind Aussagen die ich dann höre und natürlich auch verstehe. Doch es gibt auch Momente in denen diese Situation eine Belastung ist und mein Freigeist gezähmt in der Ecke sitzt...

Doch es ist auch eine Chance das Vertrauen in die Liebe neu zu erleben. Dadurch dass wir als Paar und Familie ehrlich über solche Gefühle sprechen, lernen wir schwierige Situationen gemeinsam zu meistern. Das bringt uns näher und stärkt unser Vertrauen. Heute fühle ich mich in meiner Beziehung aufgefangen, ich kann loslassen, muss nicht mehr an meiner Unabhängigkeit festhalten und fühle, dass es so völlig ok ist.