29.03.2018

Frisches Blut für Polli!

Dass die Chemotherapie mein Inneres einmal auf Links drehen wird, war klar. Auch, dass im Zuge der Therapie eine Anämie auftreten und eine Bluttransfusion notwendig werden könnte – heute war es soweit!

Die vergangenen Tage hat sich mein Körper nicht schnell genug von der Chemo erholt. Also erhielt ich gestern von der Ärztin den Rat, einer Bluttransfusion zu zustimmen. „Das ist wie ein Jungbrunnen, damit geht es ihnen wieder besser und Ostern steht ja auch vor der Tür“. Das ist schon richtig, aber Schoko-Osterhasen gehören da schon eher zu meinem Beuteschema! 😉

Sofort musste ich an eine befreundete, großartige Pianistin und Korrepetitorin denken, die mir zu Beginn meiner Erkrankung per FB schrieb: „Sag Bescheid wenn du frisches Blut brauchst. Ich spiele gerade bei Tanz der Vampire! LG Marina“ Damals habe ich laut gelacht und jetzt, in diesem Moment, unterschreibe ich wieder einmal einer der unbeliebten Beipackzettel-Formulare um meine Einwilligung zu geben….

Beim Betreten des Wartezimmers (ja, auch ich gehe jetzt über die Anmeldung ins Warteräumchen ;-)) lächelt mich meine ehemalige Stations-Zimmer-Nachbarin Mandy an!!! Was für eine Freude! Wir hatten uns die letzten Wochen nur eins, zwei Mal geschrieben – der Alltag hat uns wieder und wir versuchen darin so gut es geht zurecht zu kommen. Meine Nervosität macht der Wiedersehensfreude Platz und sofort war „Kaffeeklatsch“-Stimmung in den sonst so ruhigen Räumlichkeiten.

Auch ihre Blutwerte sind optimierungsbedürftig, das mag aber unserer Freude über das überraschende Weidersehen nichts anhaben und die gute, zuversichtliche Laune lassen wir uns nicht nehmen!

Als es dann soweit ist und ich meine allererste Bluttransfusion erhalte, kommt schon nach drei Minuten die Schwester um die Ecke gedüst und stöpselt mich wieder ab!?! „Da stimmt etwas mit ihrem Blutgruppenausweis und einem Datenblatt nicht überein.“ Ok, passen sollte das ja schon, die Auswirkungen bei einem Fehlerchen wären nämlich ganz mies für mich!

Während ich warte gehen mir die verschiedensten Szenarien durch den Kopf, „meine Güte, man kann es aber auch spannend machen…“. Zehn Minuten später läuft mein Jungbrunnen wieder und mit einer kurzen Entspannungsübung, guter Musik und Schreiben bin ich guter Dinge, dass ich auch diese Ostern nur Jagd auf Schoko-Osterhasen machen werde!

 

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