27.07.2018

Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei! (1. Jh. röm. Arzt Galen)

Krebs ruft nicht nur Stress hervor, sondern Stress fördert Krebs, wenn er präsent ist. Ein Teufelskreis der zum Schmunzeln wäre, wäre es nicht so todernst…

Nach dem letzten Gespräch vor zehn Tagen warte ich also auf die Rückmeldung für eine Terminvereinbarung bei der Praxis für Nuklearmedizin in Harburg, denn da soll das sogenannte PET-CT durchgeführt werden. Mit einer minimalen radioaktiven Dosis kann damit genauer erkannt werden, ob eine weitere Bestrahlungs-Behandlung notwendig ist oder nicht. Vor zehn Tagen also sendete die Tagesklinik den Überweisungsschein der Praxis zu und informierten mich auch gleich darüber, dass es ein bis zwei Wochen dauern kann, die Praxis würde sich bei mir melden. In der Zwischenzeit soll ich meine „üblichen“ Medikamente, wie den Magenschoner, das Antibiotikum und das Vitamin D weiter, bis mindestens vier Wochen nach der letzten Chemotherapie einnehmen.

Leider habe ich bis heute nichts von den Nuklearmedizinern gehört… „da rufe ich doch einfach mal selber an“ und erfahre, dass die Praxis einen Antrag bei der Krankenkasse für diese Untersuchung stellen muss und noch keine Rückmeldung (Genehmigung) vorliegen würde. Kurzerhand bei der Krankenkasse nachgefragt, liegt dieser Antrag nun wohl in der Abteilung für medizinische Gutachten – „da kann es schon bis zu vier Wochen dauern bis eine Entscheidung zu erwarten ist“…  ich versuche nicht weiter über meine Enttäuschung und meine Angst nachzudenken, aber einfach mal laut FUCK IT!

Gerade nach der Diagnose und nach den ganzen Behandlungen, bei der  sich alles um dich und deine Genesung gekümmert hat, ist es schwierig zu akzeptieren, dass jetzt wohl erstmal nichts passiert und viele Patient/innen fallen nach der Therapie auch in ein emotionales Loch.

Die „Banalitäten“ des Alltags erhalten wieder Oberhand, du denkst vielleicht über deinen beruflichen Wiedereinstieg nach und gleichzeitig belastet dich die permanente Angst, dass der Krebs zurück kommen könnte. Dabei herrscht um dich herum große Freude, denn du hast den Krebs (vermutlich) besiegt und du hast ein schlechtes Gewissen, weil du dich nicht richtig mitfreuen kannst.
Keine einfache Situation! Ich glaube, es ist sehr wichtig sich selbst und seinen Menschen im Umfeld klar zu machen, dass der Krebs den Rest des Lebens und dich als Mensch verändert hat – mal mehr, mal weniger. Es braucht Zeit und es ist wichtig, dass die positiven Erkenntnisse, die wir über unsere Erkrankung erfahren haben, auch weiterhin einen Platz in unserem Leben erhalten.

Nach telefonischer Rücksprache erfahre ich von der Tagesklinik, dass ich meine Medikamente also ab nächster Woche absetzten und mich gerne, sollte ich mich in der Zwischenzeit nicht gut fühlen, für einer Blutuntersuchung melden kann. Na, dann warte ich wohl erstmal ab und versuche das Positive dieser Situation zu sehen und zu leben! Immerhin habe ich einen Termin für die komplementäre Sprechstunde am UKE Hamburg erhalten (letztendlich über den Email Kontakt, denn telefonisch sind die wirklich NICHT zu erreichen).  Am 24. August 2018 wird dann besprochen welcher Ernährungsplan (mit oder ohne Ernährungsergänzungen) für mich am Besten ist.

Bis dahin sollten mit etwas Glück auch die Gutachter/innen der Krankenkasse entschieden haben, ob das Ärzte-Team, die mich im letzten halben Jahr betreut haben, mit dem PET-CT eine auch wirklich notwendige Untersuchung empfohlen haben… Ohmmm!

2 Antworten auf „27.07.2018“

    1. Danke dir! Ich habe mich nun dazu entschieden diesen Bürokraten-Wahnsinn nicht einfach hinzunehmen! Morgen früh gleich wird sich meine Krankenkasse nochmal mit mir auseinander setzten müssen. 😉 LG aus Hamburg

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