27.02.2018

Weiter geht’s mit…

Die stationäre Aufnahme auf der Onkologie, um 08:00 Uhr, war nach dem Wochenende zu Hause echt frustrierend und Angst einflößend. Wir hatten gemütliche, schöne und normale Stunden zusammen. Es hat geschneit und die Sonne schien. Unwirklich, fast wie in einer Parallelwelt gehe ich meine Gassirunden mit Fido, wir frühstücken ausgedehnt und schauen gemeinsam unsere Lieblings-Serien auf Netflix.

Und dann kommt der Montag-Dicke-Krise-Abend. Geheult, geredet, geheult und mit dicken Augen irgendwann schlafen gegangen, um mit den fast gleich dicken Augen nach vier Stunden wieder auf zu stehen. Malte begleitete mich und die schon bekannte Besucherecke auf der neuen Station am Ende des Flures erwartete uns.

Nach 2 Stunden musste mein Lieber mich verlassen und eine weitere Stunde später stellte sich der erste Stationsarzt vor. „Der erste, vorläufige Befund der Knochenmarkuntersuchung ist soweit unauffällig . Wir wissen noch nichts genaueres und müssen abwarten.“ Weiter unsicher im Umgang mit solchen Informationen, die auf mich herein prasseln, überlege ich wieder, ob das was Gutes ist. Klar ist, dass es eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems ist. Klar ist auch, dass ich mit einer Chemotherapie behandelt werden muss. Worüber mich auch die zweite Stationsärztin in einem weiteren Gespräch im Flur nochmal informiert.

In der Zwischenzeit habe ich die wichtigsten Orte auf der Station, wie die Kaffeeküche und die Toiletten, gefunden. Der Teich ruft und ich verlege das Warten, nach Absprache mit einer Schwester, nach draußen. Alles ist tief verschneit und diese Ruhe, die der Schnee mit sich bringt, ist gerade eine kleine Wohltat für meine Seele.

Am Nachmittag, immer noch am Besuchertisch, spricht die Ärztin mich nochmal auf eventuelle Vorerkrankungen an. Dabei versuche ich so viel wie möglich darüber zu erfahren, was mich erwarten könnte. In dem Gespräch erfahre ich, dass ich während der Chemotherapie nicht weiter als Hundefriseurin arbeiten kann. Die Gefahr von Bakterien ist in diesem Fall zu groß.

Gegen 16:00 Uhr beziehe ich ein Bett im Zimmer 5 – mein Geburtstag! Eine junge Zimmernachbarin mit einigen Tattoos begrüßt mich herzlich. Sie ist ebenfalls noch nicht final diagnostiziert; die Ärzte tappen bei ihr im Dunkeln. Sie ist natürlich, positiv und mir sofort sympathisch. Glücklicherweise beruht das wohl auf Gegenseitigkeit, worüber wir beide sehr froh sind.

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