26.08.2018

Du bist, was du isst…
Die komplementär medizinische Ärztin begrüßt mich freundlich, schließt wegen des ohrenbetäubenden Lärms von der Baustelle draußen das Fenster im Behandlungszimmer und befragt mich über alles mögliche, um sich ein genaues Bild von mir zu machen. Auch wenn es einige Bemühungen gekostet hat einen Termin zu erhalten, bemerke ich gleich, dass es sich gelohnt hat. Die Ärztin ist interessiert, aufmerksam und die Atmosphäre sehr entspannt.
Dass ich morgens Haferflocken mit Leinsamenschrot und Obst esse, es maximal einmal wöchentlich Fleisch und einmal Fisch gibt oder dass ich viel mit frischem Bio Obst und Gemüse koche, lobt die Ärztin sehr. Sie erklärt mir auch, dass wir Nahrungsergänzungsmittel selbst nach einer Chemotherapie nicht wirklich brauchen, solange wir uns gesund und ausgewogenen ernähren.
Diesem Thema widme ich mich natürlich seit meiner Erkrankung wesentlich mehr und freue ich mich über ihr Lob, vor allem weil mir das „täglich frisch und vorwiegend vegetarisch gekochte Leben“ anfangs gar nicht leicht gefallen ist.
Dabei zusätzlich noch verschiedene Wünsche erfüllen zu wollen und sich meiner wohl kindlich geprägten Anforderung „Frauen müssen kochen können“  gerecht zu werden, fällt mir auch heute manchmal noch schwer.
Gerade gestern stand ich geschlagene eineinhalb Stunden in der Küche um einen gefüllten Kürbis zu kreieren. Anschließend musste ich mir allerdings mit müden Füßen eingestehen, dass das Ergebnis selbst ohne eingeschnitztes Gesicht wie ein aufgeschnittener Zombie-Schädel aussieht… immerhin bin ich jetzt schon auf Helloween vorbereitet! 🙂
Es ist einfach so: Wenn bei mir mehr als zwei Herdplatten glühen, fängt auch mein Kopf an zu glühen. Geschweige, wenn ich beobachten muss, welche Optik die Küche dabei annimmt… für viele nicht nachvollziehbar, dafür geschätzt von den Vierbeinern, die zwischendurch den Küchenboden sauber schlecken! 😉
Also gestehe ich hier und heute: Mir fällt das Kochen so gar nicht leicht. Ob der Grund dafür bei den unterschiedlichen Ernährungswünschen oder meiner früh geprägten Erwartungshaltung liegt, weiß ich nicht. Doch ich liebe Herausforderungen und Übung macht ja bekanntlich den/die  Meister/in!
Was jedoch auch mit gesundem Essen nicht verbessert werden kann, ist mein Vitamin D Wert, der trotz unseres mega Sommers noch in einem Tief liegt. Da das Vitamin ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems ist und durch die Sonnenstrahlung auf unseren Körper produziert wird, habe ich wohl in Rücksicht auf die Medikamente,  ein wenig zu oft darauf verzichtet. Wusstet ihr, dass bereits ein Sonnenschutzfaktor 8 die Aufnahme von UV-Strahlen blockiert und damit kein Vitamin D im Körper hergestellt werden kann? Wir  müssten uns täglich ca. zwanzig Minuten ohne Sonnenschutz draußen aufhalten, damit wir einen Effekt auf unseren Vitamin D Haushalt erhalten.
Also lasst uns den „Schönweibersommer“ nochmal richtig genießen!
Weiter geht die Ärztin ebenfalls davon aus, dass wohl mein „chemischer Tritt“ in die Wechseljahre mir durch diese ständigen Gelenkschmerzen die Lust auf Bewegung etwas schwer macht. „Sie machen das alles so hervorragend und das Gute ist, es geht wieder vorbei, Frau Polli-Holstein.“
„Ja schön“, denke ich etwas gequält, doch leider gibt es keine zeitliche Angabe darüber, wann diese vermutlichen Wechseljahr-Beschwerden ungefähr vorbei sein könnten. Ich entscheide mich für ein pflanzliches Medikament, welches nach sechs bis acht Wochen meine Beschwerden vermindern sollte. Eine Garantie gibt es dabei natürlich nicht, aber ich kneife weiter meine Backen zusammen und trainiere zwei bis dreimal die Woche!
PS: Die Haare wachsen wieder – überall ;-)))

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