23.10.2018

Der Herbst ist der Frühling des Winters

Bei meinem letzten Termin bei der Reha-Ärztin erklärte sie mir, dass sie nach Rücksprache mit ihrem Kollegen aus rein medizinischer Sicht keine berufliche Rehabilitation verordnen kann. Allerdings ließ sie sich darauf ein im Bericht abschließend zu erwähnen, dass sie eine Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit (Verwaltung/Administration) befürwortet. 😉 Meine etwas zynische Bemerkung im letzten Blog-Beitrag, dass Ärzte vielleicht einen Bonus pro Patient erhalten, der ohne weitere Maßnahmen entlassen wird, war  tatsächlich nicht so ernst gemeint. Doch wie wie ihr im folgenden, wirklich wichtigen Link lesen könnt, steckt hinter jedem Scherz ein Funke Wahrheit: https://www.nicht-spurlos.de/reha-entlassungsbericht-einspruch/

Da zwischenzeitlich auch die vorläufige Ablehnung der Rentenversicherung auf meinen beruflichen Reha-Antrag eingegangen ist, habe ich mir mit der Rückkehr in mein „normales“ Leben einige to-dos mitgebracht: Reha-Entlassungsschreiben an Kranken-, Zusatz- und Rentenversicherung senden (Hinweis: Die Fertigstellung des Abschlussberichtes kann bis zu drei Monaten dauern), Terminvereinbarung mit der Hamburger Krebsgesellschaft betreffend Einspruchserhebung der vorläufigen Ablehnung, Beschäftigung mit Meditation und natürlich weiter an meiner Fitness zu arbeiten.  Dazu habe ich nach allen Regeln des Klischees im Januar diesen Jahres einen Zweijahresvertrag in einem Fitnessstudio unterzeichnet. Meine Intuition sagte mir, dass ich was für meine Gesundheit machen sollte. Dass ich damit schon nicht mehr viel ausrichten konnte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht und nur wenige Wochen später war auch klar, dass ich meinen guten Vorsätzen erstmal auf anderen Wegen folgen musste.
Also lies ich meinen Vertrag pausieren – bis heute, wo ich an den großen Fenstern vor diesem Fitnessraum stehe und mit etwas Bangen auf den Beginn einer regulären Zumba Lektion à 60 Minuten warte. Die BodyPower Gruppe, die noch voll in Aktion ist, nimmt die militärischen Anweisungen des Trainers entgegen: „Tiefer, los gebt alles, hoch die Knie, WEITER!“ Mit großen Augen sehe ich zu, wie sie alle mit ihren letzen Kräften kämpfen und denke etwas besorgt an mein Reha-Sportprogramm der letzten drei Wochen…
Als es losgeht stelle ich fest, dass der BodyPower Trainer also auch Zumba unterrichtet und eine hübsche, junge Teilnehmerin aus der vorherigen Gruppe steht ebenfalls neben mir. „Wow“, sag ich zu ihr, „du machst noch eine Stunde?!“ Sie lächelt mich an und meint: „Ja, manche machen auch drei Workouts hintereinander.“😳 Zu meiner Zeit als Tänzerin und Trainerin war das mal mein Alltag, aber in der Freizeit???

Nun, nach 45 Minuten highspeed „wackelt mit di Hufte“ läuft’s bei mir – und zwar der Schweiß! Mit leichter Schnappatmung und einem außergewöhnlich, rot leuchtendem Zauber im Gesicht schleiche ich an die Seite des Raumes…
Erkenntnis des Tages: Ausdauer ist noch ausbaufähig und ich stelle mich nicht mehr in die vorderste Reihe! 😅

2 Antworten auf „23.10.2018“

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