23.02.2018

Die BINGO-Kugel meines Lebens

Nach einer unruhigen Nacht, steht heute Vormittag das vor vier Tagen angesagte MRT an. Gleich nach dem Frühstück husche ich kurz ins Bad, da höre ich schon „Frau Polli-Holstein ich soll sie zum MRT abholen“. „Bin gleich da“ rufe ich und spring aus dem Badezimmer direkt in die Arme der Oberschwester, die mich mit den Worten „alles storniert“ empfängt. Das hier soll so etwas wie ein Blog oder vielleicht mal ein Buch werden – hier gehören Worte hin, die mir in diesem Augenblick aber einfach kurz fehlen…

Und dann geht alles seinen normalen Gang weiter, nur meine kleine Welt bleibt für einen Moment stehen. Denn keiner kann was sagen, für mich steht Behandlungstechnisch erstmal alles wieder auf warten. Also drehe ich noch eine Runde (durch :-I) um den Teich.

Das Arztgespräch am Nachmittag bringt dann doch noch Neues: „Wir machen heute noch eine Knochenmarkentnahme, danach besprechen wir, ob wir sie für das Wochenende nach Hause gehen lassen können.“ Erneut hin und her gerissen, ob ich mich jetzt darüber freuen darf oder soll, holt der Arzt seine Utensilien ins Zimmer und erklärt mir, dass er mit einer ganz dünnen Nadel durch den Beckenknochen sticht, um die Probe zu entnehmen. Dafür bekomme ich eine leichte Betäubung und vor allem komme ich nicht aus dem Staunen heraus – denn dass wird mal locker gleich im Krankenbett neben Rosi gemacht! Phu, etwas unangenehm aber auszuhalten.

Gegen 18:00 Uhr erhalte ich meinen „Freibrief“ für´s Wochenende – vorläufiger Diagnose „Lymphom“ und Wiederaufnahme in der Onkologie (Krebsstation) am Dienstag, 27.02.18.

Malte holt mich kurz darauf im Krankenhaus ab. Froh und Hand in Hand gehen wir Richtung Ausgang in eine Art Zwischenwelt.

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