21.06.2018

Eine Erkältung hätte wohl nicht gereicht!

Nach vier Monaten stehe ich das erste mal wieder auf einer Wage. 53 kg, das sind ca. 8 kg weniger als ich vor der Diagnose gewogen habe. Eine etwas nettere Nebenwirkung, die auch ohne Übelkeit eingetreten ist. Mit einem Schnupfen hätte ich das wohl nicht erreicht😄. Natürlich ist das ein hoher Preis für die Bikinifigur, wobei der zusätzliche Boni, überall glatt wie ein Babypopo zu sein, noch dazu kommt!

Es gibt wirklich Vor-, aber auch Nachteile an dieser haarlosen Angelegenheit. Zum Einen ist der „bad hairday“ ein Thema von gestern, zum Anderen ist die Zeit die ich beim duschen spare enorm – abtrocknen und fertig! Allerdings kann so ein glattes Köpfchen in Kombination mit Hitzewallungen auch echt nervig sein. Tagsüber glänze ich dann wie ein angelutschter Lolly und nachts klebt das Kopfkissen an meiner Glatze fest. „Scheeeeiiiiißßßßeeeee“!

Nachdem ich die letzten Tage im üblichen Nach-Chemo-Tief mit dieser Hitze und einigen Schmerzkrämpfen überstanden habe, schauen wir gespannt auf Blutwerte und Mundschleimhaut. Die Regeneration wird langsamer und erst wenn sich mein Körper genügend erholt hat, kann es in die letzte Runde gehen… hatte ich erwähnt, dass Geduld nicht gerade eine meiner Stärken ist?!?

Apropos Geduld: Eine alte und zugleich neue Herausforderung kommt heute Abend auf mich zu – ELTERNABEND! Wir sind wirklich keine gleichgültigen Eltern und das Wohlergehen unseres Sprösslings liegt uns sehr am Herzen, doch was sich an solchen Abenden im Klassenzimmer für Szenen und Diskussionen zwischen Eltern und Lehrer/innen abspielen… Gefühlt sind ausschließlich Lehrer/innen anwesend, wovon selbstredend jeder der größere Pädagoge ist! Dazu kommt dieser elterliche Ehrgeiz, gemischt mit dem ständig alles in Frage stellen und als Highlight müssen manchmal noch die Elternvertreter sowie die Vertreter der Vertreter gewählt werden. Ehrlich, das könnte selbst den Dalai Lama zum Haar raufen bringen… aber der hat ja auch keine mehr!

Nebenbei laufen aber auch schon die ersten Vorbereitungen damit ich meine Schweizer-Familie in Zürich zu besuchen kann. Die Blutwerte müssen dort natürlich auch regelmäßig überprüft werden. Gemäß meiner Krankenversicherung handelt es sich dabei um eine geplante Ausland-Behandlung und muss somit beantragt werden. Neben des schriftlichen Antrages mit Begründung muss die genaue Anschrift des Arztes, ein Kostenvoranschlag sowie die fachliche Bezeichnung für die geplante Blutentnahme hinzugefügt werden. Ist halt kein Halbtagsjob, dieses B-Zell-Lymphom! 😉

Aber die Endlichkeit macht die Sehnsucht in mir aus, die Zeit gemeinsam mit den Menschen zu verbringen, die mir etwas bedeuten!

 

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