20.05.2018

Der Seitenblick auf die Wahrheit

Meine vielleicht etwas naive Neugierde und die Herausforderung lassen mich, ohne viel darüber nachzudenken, auf Menschen und neue Situationen zugehen. Ich lasse mich darauf ein und mache einfach meine Erfahrungen mit dem Leben. Vermutlich hatte ich aus diesem Grunde nach der Krebsdiagnose nicht das Bedürfnis nach allem möglichen zu googeln, was es darüber zu erfahren gibt. Für mich ist das ein natürlicher Selbstschutz, der hilft ohne Vorurteile und unnötigen Ängsten Neues zu erleben.

Bei meiner Recherche über den kürzlich geschriebenen Beitrag #nachsorge, stieß ich auf einige Seiten, in denen die Krankheit ausführlich beschrieben wird. Die meisten Informationen kannte ich bereits, aber mir wurde (vielleicht das erste Mal) bewusst, wie viel Glück ich hatte, dass das Lymphom entdeckt wurde! Auf verschiedenen, medizinischen Seiten wird beschrieben, wie aggressiv diese Krebsart ist und dass der Verlauf in relativ kurzer Zeit tödlich ist…

Umso mehr genieße ich diese herrlichen Pfingsttage, voller Vitalität, gutem und (meist) gesundem Essen bei strahlendem Sonnenschein! Neben den Gassi-Runden mit Fido habe ich zwei Krafttraining Einheiten und einmal Walken geschafft – wie ein fast „normales“ Leben und als wir heute zur Mittagsrunde aufbrechen, kommt mir das erste mal der Gedanke „oh nein, morgen geht’s wieder los.“

Diese „guten Tage“ wieder herzugeben für eine Herde von rosa Elefanten, die mich ausknocken, für diese körperliche Schwäche, die mich festhält und nichts unternehmen lässt, ist wie der kleine Abschied von der großen Liebe bei einer Fernbeziehung. Traurig, mit der Vorfreude auf das Wiedersehen und der Hoffnung, dass es ein Leben lang hält!

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