19.12.2018

Ein ein besonderer Tag und ein weiteres Ereignis, auf das ich mich seit Wochen freue, steht heute an. Es ist wie eine kleine Reise in die Vergangenheit, wobei ich dort angekommen, die meisten Menschen nicht kenne und die mir damals so Vertrauten in der Zwischenzeit leider etwas fremd geworden sind.
Hier an diesem Ereignis geht es um die erfolgreiche Arbeit von vor ein paar Jahren und das lässt mich ein wenig wehmütig, stolz, aber auch nachdenklich werden. Wir identifizieren uns oft mit dem, was wir im Job leisten und natürlich mit dem, was wir dafür erhalten. Manche verwirklichen sich dabei, gehen in ihrer Arbeit auf und leben beinahe für die Arbeit. Diese Gedanken verunsichern mich und ich stelle fest, dass es um Beruf, Berufung und Familie auf eine gesunde Art und Weise unter einen Hut zu bringen, den Blick für das richtige Maß, für die wichtigen Dinge im Leben und eine gestandene Persönlichkeit braucht. Dieses hohe Gut hat auf jeden Fall der Mann, der gestern im Hamburger Rathaus das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat. Mein ehemaliger Chef, Prof. Norbert Aust. Zehn Jahre konnten wir mit der Gründung der Musiktheaterschule Hamburg School of Entertainment kreativ, schaffend und bildend tätig sein. Auch als Vorgesetzter hatte er doch immer etwas väterliches und hielt die Fäden in der Hand, ohne sein Team an der kurzen Leine zu führen. Ließ auf diese Weise Raum Dinge entstehen zu lassen und nahm dabei die Angst vor dem Unbekannten. Ich glaube ein besseres Rezept für Erfolg gibt es nicht!

Ein früherer Schicksalsschlag hält ihn und seine Familie wie ein unsichtbares Band mit Respekt, Demut, Lebensfreude und Liebe zusammen und auch heute, wo die Kinder schon Erwachsene sind, hat man das Gefühl, dass es nichts auf dieser Welt gibt was daran etwas ändern könnte.
Mit seinen Ideen und Visionen hat er so viel für die Hamburger Kultur und Touristik erreicht und lässt nun alle, die ihm bei seinen Projekten begleiteten haben und wichtig sind, hier an dieser Verleihung des Bundesverdienstkreuzes teilhaben. Weil wie er sagt, „jedem von uns mindestens eine Ecke davon gehört“. Ganz und gar nicht regelkonform überreicht der Kultursenator im Raum neben dem großen Saal des Rathauses Norbert Aust diese anerkennende Auszeichnung. Normalerweise findet diese Veranstaltung in Berlin statt und falls doch mal in Hamburg, dann gemäß Protokoll im kleinen Rittersaal mit entsprechend angepasster, maximaler Anzahl an Gästen. Dass es auch mal ganz anders geht, sehen wir heute. Doch das funktioniert vermutlich nur, wenn man Norbert Aust heißt und die persönlichen Werte wichtiger sind, als sich protokollkonform zu geben. Das lässt er auch in seiner Dankesrede jeden spüren, vor allem seine geliebte Familie. Spontan fällt mir die Weisheit „neben jedem erfolgreichen Mann, steht eine starke Frau“ ein – ja, ich meine NEBEN und es gibt wohl wenige Paare bei denen das so zutrifft, wie bei den beiden!

Beeindruckt von den großartigen Räumlichkeiten des Restaurants „Parlament“, welches im Keller des Rathauses ist, genießen wir bei dem anschließenden Mittagessen eine tolle Atmosphäre, schöne Erinnerungen und die Tatsache, an einem besonderen Tag mit besonderen Menschen zusammen zu sein.

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