18.07.2018

Das Publikum ist gespannt – Licht aus, Spot an!

Es erinnert mich an meine Bühnenauftritte. Während andere Stunden vor der Show schon nervös und aufgeregt herum sprangen, war ich die Ruhe selbst – bis kurz vor dem „Go“! Einige Minuten vor Showbeginn fängt auch mein Puls an zu steigen, in meinem Kopf tanzen die Affen und wenn es ganz schlimm ist, wird mir richtig übel. Soweit ist es jetzt in diesem Augenblick nicht.😊

Ich sitze im vertrauten Warteraum der Tagesklinik und warte auf mein Gespräch mit der Ärztin. Mir gehen dabei die Anfangszeit meiner Erkrankung durch den Kopf und die tapferen Patient/innen, die auf der Station sozusagen unter Karatäne waren, weil sie vermutlich wegen einer Stammzellen-transplantation nur unter strikten Hygienemaßnahmen Kontakt zu anderen Menschen haben durften. Es gibt also noch viele weitere Behandlungsmöglichkeiten, falls die Lymphome doch noch nicht vollständig verschwunden sein sollten oder vielleicht wiederkommen. „Da ist noch viel Luft“, denke ich mir und warte weiter… 😉 vielleicht erinnert ihr euch – abwarten ist eine der Fähigkeiten, die ich seit meiner Erkrankung am meisten geübt und praktiziert habe – vor allem im Krankenhaus! 😉

Weil heute ein wichtiger Termin ist und neben meinem „Chemo-Brain“ das Adrenalin zusätzliche Konzentrationsschwächen hervorrufen kann, habe ich mir ein paar Notizen und Fragen für die Ärztin notiert. Wichtig sind vor allem Dinge, die einen beschäftigen oder sogar Angst machen. Kürzlich beispielsweise habe ich bei einer kleinen Recherche für den Blog auf einer Seite gelesen, dass ich gemäß meinem Krebsstadium eine Patientin mit geringer positiver Prognose bin. So etwas ist ein Schlag in die Magengrube! Und auch wenn mir klar ist, dass es aus rein medizinischer Sicht solche Statistiken braucht um eine Eingliederung der unterschiedlichsten Diagnostiken darzustellen, beschäftigt es mich! „Bezieht sich die wenig positive Prognose auf den Verlauf der Therapie oder auf die Möglichkeit eines Rückfalls?“ So etwas mit sich herum zu schleppen belastet viel zu sehr. Darum ist es wichtig an die vielen Möglichkeiten, die es noch gibt, zu denken, den Stier bei den Hörnern oder auch gerne mal bei den Eiern zu packen!

Last but not least hier die Ergebnisse: Die Befunde sehen sehr gut aus, alles an Lymphomen, so scheint es, ist nicht mehr zu sehen. Nur bei der weiterhin etwas vergrößerten Milz sind sich die Ärzte nicht ganz sicher, ob es sich nur um Narbengewebe handelt, oder ob da noch was „lebt“.

Darum werde ich in 1-2 Wochen noch einen Termin für ein PET-CT erhalten . Dabei wird eine leicht radioaktive Lösung injiziert, die meine inneren Werte im schlechteren Falle zum Leuchten bringen würde. Das würde dann bedeuten, dass eine weitere Bestrahlungs-Therapie notwendig ist. Im besten Falle leuchtet beim CT gar nichts – schließlich leuchten meine Werte  ja nicht für jeden!
Somit also doch nochmal abwarten und sich über die langsam vorschreitende Regeneration nach der Chemo freuen!👍😃🍀

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