15.05.2018

Alles Neu macht der Mai!

Die meisten Menschen, die mich kennen und mich mit meiner Krankheit begleiten, denken, dass die Chemo-Tage die schlimmsten sein müssen. Selbst ich plante in der Vergangenheit Verabredungen und Termine um diese Termine herum – falsch gedacht! Gefühlt vertrage ich die Infusionen jeder Chemotherapie besser und besser. Keine Übelkeit, kaum noch Völlegefühl und Wassereinlagerungen und durch das Kortison voller Tatendrang. Dafür geht es mir einige Tage später mit der Wirkung der Therapie leider zunehmend schlechter. Die gute Nachricht – es ist nur eine Phase von zwei bis drei Tagen, jedoch ist in dieser Zeit kaum an Aktivität zu denken. Also muss meine Planung für Unternehmungen sowie der Sportplan entsprechend angepasst werden. Denn wer wie ich vergangenen Sonntag sich etwas schlapp fühlt und glaubt ein moderates Krafttraining würde helfen – nochmal falsch gedacht!

Die Zerstörung der Zellen und des Blutes ist ca. eine Woche nach dem ersten Chemo-Tag in vollem Gange. Darum schadet unterdessen jegliche Art der Anstrengung in diesen Tagen mehr, als das es helfen würde. Somit lag ich ab Sonntag Nachmittag bis einschließlich gestern mit Schwächeanfall und leicht erhöhter Temperatur flach. Gerade mal in der Lage die Hunde-Runde im super Schneckentempo zu gehen, genießen Fido und ich trotzdem dieses wunderschöne Wetter und diese Blütenpracht in vollen Schnupperzügen. Slow life, Entschleunigung in allen Lebensbereichen! 🙂 Damit auch ich wieder etwas Farbe bekomme, erhielt ich heute das zweite Mal eine Bluttransfusion und es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man sich nach einer Portion Frischblut wieder besser fühlt! Diese Sache ist und bleibt vermutlich komisch, aber wenn es hilft… und wie der Zufall es wollte, kam auch meine liebe Mandy in der Tagesklinik vorbei! Während andere Patienten schlafend ihre Infusionen bekamen, erzählten wir uns die aktuellsten Ereignisse und machten  auch gleich mit den Krankenschwestern ein gemeinsames Date für die nächste Woche aus.

Dabei kommt mir der Gedanke, wie oft wir uns gutes Vorsätze und Ziele vornehmen und wie wenig wir davon schaffen umzusetzen. Selbst als Patienten fällt es nicht leicht, sich von alten Gewohnheiten zu verabschieden, um neue Ziele zu verfolgen und vor allem zu erreichen. Wir straucheln, fallen manchmal hin und werfen dabei manch gute Idee über Bord. Dabei ist es wichtig nicht zu streng zu sich selber zu sein. Sich selbst gegenüber Verständnis zu haben, auch wenn es mal nicht so läuft, ist glaube ich schon die halbe Miete – so wird man zum Stehaufmädchen. 🙂

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