14.01.2019 Reha mit Flair

Die körperliche und mentale Fitness läuft auf vollen Touren. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre, obwohl das Wetter uns beinahe dazu zwingt, das Haus nicht zu verlassen. Durch den psychologischen und onkologischen Bereich der Rehaklinik treffen sehr unterschiedliche Patienten aufeinander. Die Psychos und die Onkos, wie man sich mit einem Schmunzeln untereinander nennt! Weil ich diesmal auch schwimmen und saunieren darf, bin ich tagsüber so beschäftigt, dass ich abends bereits ab 19:00 Uhr auf meinem Zimmer bin. Bis auf den vergangenen Samstag Abend, meinem bis jetzt persönlichem Highlight!  Schon während dem Frühstück wurde über den wöchentlichen Besuch im „Flair“ gemunkelt. DER Ü 30 Club e.V. in Clausthal-Zellerfeld! Das Lokal öffnet immer wieder und ausschließlich samstags seine Pforten und schickt dafür extra einen Fahrer zur Klinik um tanzwillige Leute abzuholen und sie kurz vor Sperrstunde da auch wieder abzuladen. Ohne genau zu wissen worauf ich mich da einlasse, verabrede ich mich mit Elke und Gabi, zwei netten Onko-Frauen, um dieses Abendeuter live mitzuerleben. Schon beim Eingang verlassen wir das Jahr 2019 und finden uns in einem verqualmten Lokal der Achtziger mit Schützenfest-Charakter und Schwarzlicht wieder! Wir setzen uns an die Theke und  beobachten, wie minütlich die Psychos und Onkos hereinströmen und dabei die runden Stehtische unter aufgespannten Sonnenschirmen besetzen. Dabei komme ich schon aus dem Staunen kaum heraus. Der DJ steht noch hinter der Theke, es läuft Disco-Fox und die ersten Tanzpärchen drehen sich im Takt der Musik. Wie die drei Damen vom Grill sitzen Elke, Gabi und ich an der Theke, nippen an unserem Prosecco und grinsen über das bunte Treiben. Dabei beten wir inständig, dass das Musikprogramm auch noch etwas für solo Disco-Tänzerinnen zu bieten hat! Schon eine halbe Stunde später wurde unser Wunsch mit Helene, gefolgt von Nena, Macarena und „a little bit of Monica“ erhört. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als sich bei dem Titel „Leinen los“ von Santiano zehn Psychos in Reih und Glied auf den Boden schmeißen und zu rudern beginnen. Die anschließende Polonaise konnte das nicht mehr toppen!
Auf die Frage von Elke, ob hier wohl auch Einheimische sind, zeigte ich auf das Grüppchen am Ende der Theke, welches mir durch ein normales, ruhiges Verhalten auffiel. Der ganze und etwas ausgeflippte Rest kam aus der Klinik. Aber die Stimmung war ausgelassen lustig und kurz vor Mitternacht kam der kleine, rote Bus und brachte uns Insassen wieder nach Hause. Dort angekommen zog es mich erst unter die Dusche und dann unter die Bettdecke. Dinge gibts, die gibts gar nicht…

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