10.09.2018

Das „Lebensdingens“ 1.0
Auch am Tag nachdem ich erfahren habe, dass ich nicht früher in eine Reha-Klinik gehen kann, ging es mir psychisch nicht besser. Die Tatsache, dass mir mein Polenta-Gericht zum Abendessen missglückte, brachte das Fass zum überlaufen und mich zu einem kleinen Nervenzusammenbruch… ähnlich wie an dem Abend vor der stationären Wiederaufnahme zum Beginn der Chemotherapie. Wie ein Sommersturm schüttelten mich meine Emotionen bis tief in die Nacht durch, um mich dann in der typischen Ruhe des nächsten Morgens müde aber geklärt wieder langsam auf den Weg gehen zu lassen. Ganz in Ruhe gewinne ich Tag für Tag wieder an Energie, Souveränität und Gelassenheit.
Die Bauer Media Group hat mir nun die Fotos aus dem Shooting vom Juni 2018 zukommen lassen. Ehrlich gesagt bin überrascht, sogar ein wenig erschrocken darüber, wie krebskrank ich aussah! 😉 Es war für mich immer ok, so wie es war, auch wenn ich dem Verlust meiner Wimpern und Augenbrauen etwas nachtrauerte – doch jetzt aus heutiger Sicht empfinde ich beim Anblick dieser Fotos ganz anders, als ich mich noch vor einigen Wochen gefühlt habe.
Dabei bin ich unglaublich froh und dankbar darüber, dass ich nie Wut oder Verbitterung gegenüber meiner Erkrankung empfunden habe und trotz allem in der Lage war das Gute zu sehen und zu empfinden. Auch wenn manche Träne geflossen ist und sicherlich noch fließen wird.
Es ist so viel besser während Krisen und dunklen Momenten in unserem Leben nicht in Frust und Wut zu versinken, denn diese negativen Gefühle können bei uns und unseren Lieben nur noch mehr Böses anrichten.
Viel wertvoller ist es doch solchen Situationen ohne Bewertung, aber mit Annahme und Verständnis gegenüber zu treten.  Ich glaube, um den Idealzustand von Glück und Harmonie zu erreichen, ist es vor allem notwendig Nachsicht mit sich selbst und den Anderen zu üben. 🙂
Während dessen freue ich mich natürlich über die „Oh´s“ und „Ah´s“ von Leuten, die mich in den vergangenen Wochen nicht gesehen haben – ich sehe nämlich nicht nur aus, sondern fühle mich auch an wie ein flauschiges Silberfüchschen! Selten habe ich mich Fido verbundener gefühlt als heute, wenn ich gefragt werde: „Darf ich mal anfassen?“😂

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