10.08.2018

Radioaktives Leuchtmittel in mir

Morgens ohne Kaffee auf die Gassi-Runde, um dann anschließend nach Harburg zu Untersuchung zu fahren, kostet mich viele positive Gedanken. Die innerliche Unruhe packt mich und ich frage mich, warum die Untersuchung für 2,5 Stunden angesetzt wurde??? Die Notizen meines Kalendereintrages erinnern mich an: Kostenübernahme, Bilder MRT und CT sowie Blutwerte (Schilddrüse TSH & Kratinin/Nieren) aus Tagesklinik Altona mitbringen. Fahrtüchtig, ab Mittwoch, 8.8.18, 22:00 Uhr nüchtern, Wasser ok, Parkplätze vorhanden…

Mit genügend eingeplanter Zeit für eine eventuelle Parkplatzsuche kommt zumindest dabei keine Hektik auf und ich betrete pünktlich die Praxis für Nuklearmedizin in Harburg. Zur freundlichen Begrüßung gibt es gleich noch einem Frage- und Informationsbogen über mindestens fünf Seiten. Dabei soll ich wieder einmal mein Einverständnis für das Spritzen von jodhaltigen Kontrastmittel geben. Ich zögere und dann geht es auch schon zum Vorgespräch mit der Ärztin. Tatsächlich wird auch bei diesem CT neben der minimal dosierten, radioaktiven Lösung auch das jodhaltige Kontrastmittel injiziert. Damit hab ich wieder einen Antiallergikum-Cocktail gewonnen und bin darum hinterher doch nicht fahrtüchtig… spontan gehe ich die neue Situation durch: Mein Auto steht nicht auf dem Klinikgelände, also keine zeitliche Einschränkung oder anfallende Parkgebühren, Malte ist in einem Meeting und kann schlecht weg, aber Fido alleine zu Hause. Also gibt es folgende Optionen: Taxi bestellen und den Wagen stehen lassen, meine Schwiegereltern fragen ob sie mich bzw. den Wagen spontan abholen und zu uns nach Hause fahren oder ich vertrage das Zeug mittlerweile besser, weil ich schon wieder etwas fitter bin und ich fahre trotzdem selber.
Oh man, ich dachte wirklich ich bin gut auf den Termin vorbereitet.. und zweitens kommt es anders als man erstens denkt!

Nachdem mir wieder einmal eine Kanüle gelegt wird, darf ich es mir mit einer Decke und einem halben Liter Wasser für eine Stunde im Ruheraum bequem machen. Erst wird mir die radioaktive Lösung, dann das Antiallergikum gespritzt und pünktlich nach der verordneten „Einwirkzeit“ geht es die Stunde später auch schon los. Als ich den CT-Raum betrete sofortiger GÄNSEHAUTALARM – warum ist es in den Räumen immer so arschkalt? Glücklicher Weise erhalte ich eine Decke! Das Prozedere ist mir bekannt, nur diesmal dauert es wesentlich länger. Knapp 30 Minuten erhalte ich Atmungsanweisungen, darf mich absolut nicht bewegen und werde dabei in der Röhre hin und her gefahren. Durch die Kühlschrankatmosphäre empfinde ich die einfließende Wärme durch das Kontrastmittel ganz angenehm. Vom Hals herunter in die Blase, weiter zu den Füße und bis in die Fingerspitzen verteilt sich das Zeug in meinem Körper innert Sekunden. Etwas schläfrig durch das Medikament vergeht die Zeit aber wie im Flug – stillhalten und entspannen, alles halb so wild!😎
Im Warteraum trinke ich hinterher einen weiteren halben Liter Wasser bist die Ärztin mir die Kanüle entfernt und kurz erzählt, dass ihr auf den ersten Blick bei der Kontrolle der Bilder nichts entgegen geleuchtet hat. Doch die genauen Ergebnisse erfahre ich nächste Woche Donnerstag in der Tagesklinik bei meiner behandelnden Ärztin. Dafür erhalte ich wieder die aktuellen Bildaufnahmen auf CD, die ich diese Tage bei der Tagesklinik vorbeibringen sollte. Es ist doch überraschend, dass die beiden Asklepios Kliniken, Hamburg und Harburg mit ihren Unterfirmen, wie die onkologische Tagesklinik Altona und die nuklearmedizinische Praxis Harburg, keine digitale Austausch-Möglichkeiten für solche Patientendaten haben?!?

Nach einem Käse-Sandwich entscheide ich mich selber nach Hause zu fahren. Mit Sicherheit nicht die vernünftigste Entscheidung! Darum habt bei Untersuchungen, die ihr noch nicht kennt, immer einen Plan B in der Tasche! 😉

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