10.05.2018

Italienische Momente!

Niemals hätte ich gedacht, wieviel es emotional ausmachen kann nun in der zweiten Hälfte der Chemotherapie zu sein. Motiviert, den Blick nach vorne gerichtet, geht es mir während den Infusions-Tagen gefühlt sogar besser als in der Woche darauf – das Kortison lässt grüßen. 😉 MeinTatendrang, meine offensive Art und mein Mitteilungsbedürfnis lassen mich mit der Unterstützung des Medikamentes wohl manchmal etwas überdreht erscheinen.

So kam es, dass bei einem wirklich netten Abendessen mit mehr oder weniger bekannten Leuten, die Überraschung schon groß war, als ich die Einladung angenommen hatte. Ich liebe italienisches Essen – also warum nicht! Der Laden war voll und durch die vergangenen, wunderschönen und sonnigen Tage ordentlich auf Temperatur gebracht. Was zur Folge hatte, dass mich diversen Hitzewallungen während des abends jedesmal kurz vor’s „blankziehen“ brachten. Doch mir viel auf, dass es Menschen gibt, die mit der Information „Krebs“ in direktem Zusammenhang mit meiner Art und Weise damit umzugehen, etwas überfordert sein können. Was mich letztlich davon abgehalten hat, mir das Tuch vom Kopf zu reissen… 😉

Der Umgang mit einer neuen, unbekannten Situation ist nunmal so unterschiedlich, wie der Mensch selbst und manchmal braucht es einfach ein wenig Zeit die Gedanken und Dinge zu sortieren. So habe ich mich zwischenzeitlich auch wieder dem Buch von Émile Coué „Autosuggestion“, die Kunst der positiven Selbstbeeinflussung durch mentales Training, angenommen. Nachdem ich anfangs Bedenken hatte, dass meine Ängste mein Unterbewusstsein negativ beeinflussen und mir dadurch eher schaden könnten, legte ich es für einige Wochen zur Seite. Ja, das mag etwas paranoid klingen aber hey, es wird nicht langweilig. 🙂 Und nun, in der zweiten Hälfte der Therapie angekommen, möchte ich meinem neuen Weg mit neuen Ideen, Werten und Prioritäten wieder etwas mehr Richtung geben und da fiel mir dieses kleine Buch wieder in die Hände. Kleine „Aha-Erlebnisse“ lassen mich heute während des Lesens verstehen, erkennen und entspannen.

Die kleine Skeptikerin in mir ist manchmal noch da, doch das wichtigste dabei ist, bereit zu sein umzudrehen, wenn wir erkennen, dass es irgendwo nicht weiter geht.

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