10.01.2019 sensible Zeiten

Kennt ihr das? Ihr kriegt bei einer eher belanglosen Frage ein Nein als Antwort und könntet plötzlich losheulen?!? Dabei fragt man sich noch warum man jetzt so nah am Wasser gebaut ist, doch dieses Gefühl lässt sich nicht aufhalten… So ging es mir gestern Abend als ich im Fitnessstudio fragte, ob ich mein Theraband-Training auch ohne Einführung in einer Ecke des Studios machen könnte…
Der Tag hatte gut, mit einem Schneespaziergang begonnen und ging mit zwei teilweise interessanten Seminaren weiter. Weil man hier in der Klinik aus Platzgründen Essenszeiten zugewiesen bekommt, bin ich bereits um 17:30 Uhr beim Abendbrot und will danach endlich meine überfällige Sporteinheit machen. Motiviert stehe ich vor dem Tresen des Fitnessraumes, doch die Antwort des Mitarbeiters auf meine Frage war – ihr ahnt es, war ein NEIN und die Begründung (ohne Einweisung kein Versicherungsschutz) konnte ich wirklich voll und ganz verstehen.
„Nicht schlimm, die Übungen kann ich auch auf dem Zimmer machen“, lächle ich etwas gequält und verabschiede mich. Noch auf dem Flur füllen sich meine Augen mit dicken Tränen und ich beschließe meinen Rückweg über das kleine Treppenhaus anzutreten. Ich weiß nicht was mit mir los ist. Dann höre ich hinter mir eine Stimme rufen. Ich stoppe auf der zweiten Treppe, drehe mich um und da steht der Neinsager. Es tat ihm offensichtlich leid und er versucht sich nochmal zu erklären. „Der Boden darf sich jetzt gerne öffnen“, denke ich, denn jetzt darf ich ihm mit Tränen gefüllten Augen noch einmal sagen, dass wirklich alles ok ist. Klar, dass hat er mir bestimmt abgenommen.
Gegen 20:30 Uhr bin ich mit meinem Training durch, liege am Boden und entspanne mich. Jetzt geht es mir besser. Die neue Situation hier und die immer wiederkehrende Angst eines Rückfalls, braucht ein Ventil und da ist Sport eine gute Medizin. Heilend soll auch das Kurzzeitfasten oder Intervallfasten sein, 16 Stunden fasten, 8 Stunden normale Mahlzeiten zu sich nehmen. Ich habe noch nie gefastet, doch mit den hier zugewiesen Essenszeiten passt das gut und darum versuche ich das einfach. Also habe ich heute um 18:00 Uhr das letzte mal gegessen und morgen lasse ich das Frühstück ausfallen. Dabei sind ungesüßter Tee, Wasser, sogar ein schwarzer Kaffee ok und um 11:30 Uhr darf ich dann zum Mittagessen. Das müsste doch zu schaffen sein!
Als der Wecker geht um 08:00 Uhr geht mache ich mich fertig für den ersten Termin um 09:15 Uhr zur Elektrotherapie für Hände und Füße. Die Nacht war unruhig, also mache ich mir, noch etwas müde, um kurz vor neun einen Tee in der Pantryküche meines Stockwerkes. Auf dem Weg zur Therapie gönne mir noch einen Espresso, hungrig bin ich tatsächlich nicht. Später im Seminar zur Angstbewältigung macht sich der Hunger aber bemerkbar. Umso mehr freue ich mich auf mein Mittagessen und dass ich mein erstes Kurzzeitfasten geschafft habe!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.