08.07.2018

Es hat sich einiges verändert, aber im Kern sind wir die Gleichen…

Ganz in der Nähe unserer Unterkunft liegt nicht nur das Onkozentrum sondern auch der Stadtteil Zürich-Wollishofen. Hier lebte ich vor über zwanzig Jahren mit meiner Zwillingsschwester Maya und ihrer kleinen Tochter Kim, bevor es mich in die große, weite Welt hinauszog. Also fahren wir nach der Blutentnahme kurz an der früheren Wohnung, der Straßenbahn-Haltestelle, an der ich täglich stand und dem kleinen Stamm-Café vorbei. Klar, es hat sich einiges verändert – wie bei uns, aber im Kern sind wir doch immer noch die gleichen. 😉

Heute feiern wir bei einem Abendessen die sehr erfolgreich abgeschloßene Lehrabschußprüfung der nun großen Kim. Es ist wirklich berührend zu sehen, was für eine schöne, liebevolle und erwachsene Frau aus diesem kleinen Mädchen geworden ist!

Es ist ein herrlich, sommerlich warmer Abend,  dass ich für den Besuch im Restaurant auf ein Kopftuch verzichte. Als wir uns alle an den schönen Tisch draußen gesetzt haben, fahre ich mir kurz über meinen Kopf und bemerke  eine kleine Beule am Hinterkopf… ich überlege, „war da schon immer eine Erhebung???“ Ich bitte Joshua, der neben mir sitzt, kurz nachzusehen – da prustet er los, „es hat dich wohl etwas gestochen“ und tatsächlich, auf meinem hellen, kahlen Köpfchen leuchtet nun eine Fingerkuppen-große, gerötete Beule! Wie ein kleines, rotes Martinshorn auf meinem Kopf! Es gibt noch viel zu lachen an diesem Abend und dadurch vergesse ich ein wenig meine Schwächesymptome. Ein wirklich schöner Abend geht vorbei.

Zurück in der Gästewohnung im Haus meiner lieben Freundin, überkommt mich leider eine Hitzewallung nach er anderen. Es ist die Schwäche und der Sommer und leider bringt auch das leichte Gewitter kaum Kühlung in dieser Nacht. Es fällt mir also etwas schwer Schlaf zu finden und darum freue mich beinahe ein wenig, als der nächste Tag mit leichtem Regen beginnt. Maya und ich haben uns verabredet im schönen Zürich-Land mit den Hunden einen längeren Spaziergang durch die Wiesen und Felder zu unternehmen. Es ist die perfekte Umgebung für ein ausgiebiges Gespräch unter Schwestern, denn hier können wir die Hunde problemlos frei laufen lassen. Genau diese Freiheit riecht und liebt Fido und somit stört der strömende Regen uns alle nicht. Nach einer Weile schaue ich mich wieder einmal um, um zu sehen, dass Fido in meiner Nähe bleibt. Da wälzt er sich plötzlich in Mitten eines riesigen Kuhfladens und lässt seiner Liebe zur Natur freien Lauf…. ich rufe ihn ab, doch es ist zu spät – von Kopf bis Fuß, von vorne bis hinten eingesaut, trabt er munter auf mich zu! Prompt in diesem Moment erreicht mich auch ein Anruf meiner „Männer“, die diese Zeit für wichtige Einkäufe bei der Lindt-Schockoladen-Fabrik nutzen. Der Regen wird nun noch stärker und ich bleibe einen Moment stehen, um den Anruf entgegen zu nehmen. Dass wiederum sieht Fido als Einladung seine nasse und abscheulich stinkende Schnauze an meinen Beinen abzuschubbern!!! Malte erzählt mir von den wohl riechenden und schmeckenden Schokoladen-Proben und es gab wohl kaum einen Moment, in dem er erleichterter war gerade nicht bei mir zu sein…

Nach einer aufwendigen Waschaktion kann auch unser geliebter Vierbeiner beim Brunch am Sonntag teilnehmen. Das wieder sonnige Wetter lädt dazu ein, das Ganze im Garten stattfinden zu lassen, was wiederum hilft den noch etw. strengen Geruch von Fido zu ignorieren. 😉 Mit der ganzen Familie und Freunden genießen wir einen wundervollen Sonntag am See. Noch nicht ganz fit, aber es geht mir besser. Und so drehen Malte, Joshua und ich abends, nachdem sich die „Schweizer-Mischpoke“ wieder verabschiedet hat, noch eine Runde durch das Niederförfli (die Zürier Altstadt). Dabei darf ein Besuch beim Sternen Grill am Bellevue Platz mit Servelat (Wurst) und Bürli (Brötchen) natürlich nicht fehlen. Es ist ein milder Sommerabend und wir schwelgen in Erinnerungen, als wir auf dem Rückweg zum Wagen am Stadthaus (das Rathaus in Zürich) vorbei schlendern. Im Dezember vor zwanzig Jahren haben Malte und ich da geheiratet – ich liebe dich mein Schatz!

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