05.09.2018

Es ist ein bisschen wie ein Boxen-Stopp beim Formel Eins. Du kommst an und eine Schar von Profis kümmern sich um alles, was du brauchst. Doch dann musst du wieder losfahren – alleine…
Ich dachte ich bin darauf vorbereitet aber es gibt nichts, was dich psychisch und emotional auf die erste Zeit nach der Chemotherapie vorbereiten könnte. Mit den letzten Untersuchungsergebnissen des PET CTs Mitte August habe ich erfahren aktuell krebsfrei zu sein, was sensationell und einfach großartig ist! 🙂
Doch ist die Gefahr in den kommenden zwei Jahren erneut daran zu erkranken nun leider ein ständiger Begleiter. Mit dem Wissen, dass bei mir durch die späte Entdeckung des Lymphoms ein erhöhtes Risiko besteht, nimmt die Verunsicherung beinahe täglich ein wenig zu. Denn ich muss jetzt viele Runden alleine fahren und dazwischen hat keiner ein professionelles Auge auf mein „Chassis“. 😉 Erst Ende November 2018 habe ist mein nächster Boxen-Stopp und der Frage wie hoch der Prozentsatz für einen „Rückfall“ so liegt, gehe ich besser nicht nach! Das würde die Tatsache mit diesem Risiko leben zu müssen nicht verändern und da momentan jedes Ziepen oder Drücken im Bauch bei mir schon eine leichte Schnappatmung auslöst, lasse ich das lieber.
In diesen Tagen ist es natürlich nicht gerade hilfreich, wenn der Kostenträger meinem Antrag auf Umstellung für eine Rehaklinik, bei der ich früher einen Platz erhalten hätte,  nicht zustimmt.  Die Begründung: „Weil es keine Vertragsklinik ist.“ Es war mir bewusst, dass ich auch eine Absage erhalten könnte, doch in diesem Augenblick war ist so frustriert und enttäuscht, dass ich über den ganzen Tag immer wieder mit den Tränen zu kämpfen hatte. Mein neuer Alltag ohne ärztliche Beobachtung ist noch gewohnheitsbedürftig und eine zeitnahe Rehabilitation hätte mir diese Anfangszeit bestimmt etwas leichter gemacht. Fuck It – Shit Happens!
Um so wichtiger ist es bei einer Problematik und sei sie noch so klein, nicht alleine weiter die Runden zu drehen. Sich hier zurück zu nehmen und zu denken: „da muss ich jetzt einfach durch“, ist weder hilfreich noch angebracht. Also habe ich einen kleinen „Boxen-Stopp“ bei meiner Hausärztin vereinbart, um sie vom Anfang meiner Erkrankung nun mal auf den neuesten Stand zu bringen.  Auch eine weitere Meinung betreffend meinen anhaltenden Gelenkschmerzen kann nicht schaden und was soll ich sagen, es war wirklich eine gute Entscheidung!
Denn sie hat meine stillen Gedanken an eine onkopsychologische Therapie, während sowie vielleicht auch nach der Reha ausgesprochen und mich darin bestärkt. Zusätzlich wird morgen ein großes Blutbild gemacht, um die Parameter betreffend einer eventuellen, rheumatischen Erkrankung zu prüfen. Doch vor allem auch, um mir ein Feedback betreffend den Entzündungswerten zu geben, damit ich hoffentlich bald wieder besser schlafen kann. 😉

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