02.10.2018

Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten beginne ich wieder meine volle Motivation zu finden. Die Vorstellung nach den drei Wochen wie Phönix aus der Asche zu steigen hatte ich nicht, allerdings schon, dass der Wohlfühlfaktor überwiegt. Doch plötzlich wieder unter all den „Kranken“ zu sein, das (für mich) eingeschränkte Essens-Angebot und das Zimmerchen
lassen mich erstmal gefangen und nicht sehr wohl fühlen.
Doch mit dem Start in die neue Woche geht es jetzt richtig los mit den Therapien und entsprechend müde krieche ich abends ins Bett. Allerdings ist an Durchschlafen noch nicht zu denken – ist nicht so schlimm, dafür ist das unfassbar langsame WLAN hier nachts etwas schneller. 😉 Für das Essen muss ich noch mit der Ernährungsberatung sprechen. So habe ich von Reha-erfahrenen Mitpatienten erfahren, dass es durchaus Möglichkeiten gibt seinen individuellen Wünschen zumindest teilweise nachzukommen. 😁
Nur die Gelenkschmerzen sind weiter ständige Begleiter, die sich bis heute weder durch den regelmäßigen Sport, noch durch die pflanzlichen Mittelchen vertreiben lassen. Das verrückte dabei ist, dass mir dadurch neulich bewusst wurde, wie sehr ich mit einer körperlichen Behinderung hadern würde. Der Krebs ist zwar tödlich und dennoch nicht so allgegenwärtig…
Eben weil ich einen hohen Tätigkeitsdrang habe, besuche ich Seminare zum Entspannen. Heute steht „Meditation zum Kennenlernen“ auf dem Plan und siehe da, die ältere Dame „Schätzelein“ ist auch wieder dabei. Während die Trainerin erstmal Meditation im Allgemeinen erklärt, wundert es mich nicht, dass Schätzelein als einzige ihrem ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis nachkommt und das beginnt in der Regel mit den Worten „Ja, aber…“. Ein erklärtes Beispiel der Trainerin Dinge (in diesem Fall eine Maus) erstmal ohne Beurteilung wahrzunehmen um danach zu entscheiden, ob man sich damit auseinandersetzen möchte oder nicht, hat Schätzelein durch eine persönliche Erfahrung mit diesem, wie ich finde, sehr süßem Nagetier, kurzfristig aus der Bahn geworden. So etwas wie eine Maus erst einmal anzunehmen ist für sie zu viel verlangt… 😁 Dass die Trainerin dabei die Computermaus in der Hand hält wird ignoriert und auch wenn die Trainerin bereits ein wenig angestrengt mit ihrer Teilnahme umgeht, muss ich einfach schmunzeln. Die alte Dame hat was liebevolles und lässt sich schließlich mit über achtzig Jahren noch auf Neues ein – teilweise zumindest.😂
Mindestens genauso eigenartig (im positiven Sinne) ist die Trainerin selbst, die ich später auch noch beim autogenen Training habe.
In den knapp zwanzig Minuten höre ich in einer unnatürlich, monotonen Tonlage Dinge wie:„Ich bin ruuuhiiig, gaaanz ruuuhig und entspaaant. Das Beeeiiinnn ist schweeeer, angeneeehhhm schweeer und waaarmmm. Ich spüüüreee hiiineeeiiin in meinen Aaarm…“. Ob es die Stimme ist, die Betonung oder die Tatsache, dass Schätzelein ebenfalls wieder dabei ist, lässt einen inneren Film vor meinen geschlossen Augen ablaufen, in dem ich mich in mein hinterstes Zimmerchen einschließe, um dem drohenden Lachflash freien Lauf zu lassen!!! Jetzt nicht laut loszulachen fordert meine Selbstbeherrschung beinahe bis ans Äußerste – nur meine Mundwinkel zucken mal ein wenig komisch vor sich hin!!!😂🙏

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